Manchmal kommen sie wieder: Mit „Das Déjà Vu“ melden sich die GEBRÜDER THOT, alias Stefan und Thomas Lindner, nach „Die Spinne“ nun mit ihrer zweiten Hörspielproduktion auf dem eigens dafür geründeten Label Lindenblatt Records zurück.
Beim titelgebenden ersten Teil handelt es sich, ähnlich wie bei den „Zwei Brüdern“ auf der Debut-CD „Die Spinne“, um ein Zwiegespräch zwischen den beiden Lindners, diesmal jedoch eingebettet in das Szenario einer Zugfahrt. Und auch wie beim Gespräch der Brüder wartet auch „Das Déjà Vu“ mit einem rabenschwarzen Ende auf. Leider ist dieses Ende ab einem gewissen Punkt absehbar und die Story wird damit recht durchsichtig, und ich empfinde auch den ersten Abschnitt, ganz so wie einer der beiden Protagonisten der Geschichte, als etwas zu pseudobelehrend.
Wesentlich besser gefallen hat mir allerdings dann die längere, zweite Geschichte, „Zum Meister“, die zum ersten Mal in Form eines wirklichen Hörspiels mit mehreren Sprechern gestaltet wurde, und die noch dazu auf zwei Ebenen spielt. Lediglich der Death Metal hörende Pathologe, der diese Musik zur Konzentration benötigt, erscheint mir ein wenig von der gruftigen NCIS-Laborantin Abby Sciuto geklaut. Und im Gegensatz zum - durchaus verständlichen - kleinen Schandmaul-Gag, den die Macher eingebaut haben, frage ich mich, was das Whisky – Product Placement eigentlich in der Geschichte zu suchen hat? Ansonsten ist die Story aber sehr stimmungsvoll erzählt und, wie nicht anders zu erwarten, schön düster gehalten.
Sprecher, Sound und Geräuscheffekte haben im Vergleich zum Erstling einen guten Sprung nach vorne gemacht, ohne dabei jedoch übermäßig perfekt zu wirken - da kann man nur sagen: Weiter so!
Musikalisch stimmungsvoll eingerahmt wird das Ganze, wie schon beim Vorgänger, vom Münchner Electronic-Industrial-Projekt VORTEX. Zusätzlich steuerten auch noch das Black Metal – Soloprojekt MELKOR und die Death Metal Band CYCLOTRON einen, beziehungsweise zwei Songs für die Produktion bei.
Fazit: Wem „Die Spinne“ gefallen hat, der wird auch hier nicht enttäuscht werden und kann bedenkenlos zugreifen. Auch mit „Das Déjà Vu“ schaffen es die GEBRÜDER THOT für eine erfrischende Belebung der deutschen Düster-Hörspielszene zu sorgen. Die Beteiligung mehrerer Sprecher macht die neue CD sogar noch ein wenig abwechslungsreicher als das Debut, bei dem ja in der Hauptsache monologisiert wurde - in diese Richtung darf es gerne weiter gehen!

Weitere Infos:
Tracklist:
Autor:
redbeard
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Verlag:
Lindenblatt Records
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Artikel eingestellt:
22.01.2012
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