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THE ID - The inner sounds of the ID

THE ID - The inner sounds of the ID

THE ID waren schon gestandene Musiker, als sie 1966/67 direkt in die Anfänge der Flower Power und Psychedelic Zeiten hinein ihr Debüt veröffentlichten und einige weitere Nummern aufnahmen, die erst jetzt, gut vierzig Jahre später an die Ohren der 60s Fans gelangen. Gitarrist Jerry Cole hatte unter anderem bei den "Original Champs" den Megahit "Tequila" (kennt wohl beinahe jeder) mitaufgenommen, das war Anfang der 60er. Teenager, die hier ihre ersten garagigen Gehversuche starteten, waren sie somit alle nicht mehr.

Und doch, ihr Sound klang immer noch zeitgemäß und frisch. Irgendwo hatten noch viele Beat und Rock'n'Roll Elemente ihren Anteil am Songwriting, doch THE ID verwoben diese mit herrlich freakigen Passagen, wo dann zuweilen eine Sitar für Akzente gen Psychedelic setzte. Das beginnt schon beim Opener "The Rake", der hauptsächlich aus einem hypnotischen, sehr ungeraden Beat, diesem folgenden Bass - und Gitarrenlinien und darüber schwebenden rhythmisch ausgelegten Vocals besteht. Auf diesem Gebilde reitet dann noch der Leadgesang auf völlig eigenen Melodien, die aber immer gut mit dem Grundthema harmonieren. Ein paar spacige Parts durchbrechen für kurze Zeit diese beschwörende Ritualmusik.

Dieses "The Rake" Thema erscheint wieder, es eröffnet und beschließt das Album sozusagen. Als Schlußpart des absoluten Freak Out und Titelsongs bekommt man es nochmals zu hören. Davor baut sich langsam aber sicher ein Trip ins Nirvana auf, dem man sich schon hingeben sollte, sofern man auf Psychedelicstoff kann. Es beginnt mit Sitarklängen, die Deine Sinne umgarnen und Dich den kosmischen Strahlen öffnen. An irgendeiner Stelle beginnen Stimmen über diesen mystischen Sitarläufen zu erzählen, von Musik, den inneren Klängen der ID, ritueller Musik und ursprünglicher, alter Musik. Und Du folgst ihnen, hängst quasi an den Lippen der Erzähler. Ein Schlagzeug tritt hinzu, irgendwann der Bass und bevor man sich versieht, voilà, "The Rake" ist zurück, quasi die Eruption nach dem spirituellen Aufstauen. Der Song verschwindet dann kurz vor Ende des gesamten Stückes in den Weiten des Raumes und eine sanfte Sitarmelodie beschließt das Titelstück des Albums.

Dazwischen und danach gibt es viel gute Musik zu hören, die urtypischer für die 60er nicht sein könnte. Oftmals tanzbar, dann wieder kraftvoll, aber melancholisch. Mein Favourit "Stone and steel" zum Beispiel ist ein dunkler, kleiner Psychedelicbeatsong, der seine Wurzeln definitiv im europäischen Folk hat. Bei den Bonustracks hat man eine sehr energiereiche Version von "Give me some lovin'" der SPENCER DAVIES GROUP aus England aufgenommen. Einige Momente davor versucht man sich erfolgreich an düsterer, jazzig beeinflußter Lounge Musik, ruhig fließendem Sound mit dunklen Orgelthemen und dezenten Gitarrenlinien. Fehlt nur noch das elektrische Piano und eine helle Stimme und man könnte meinen, THE ZOMBIES würden hier aufmucken. 

Längst ist nicht alles reiner Beat oder Rock'n'Roll. Bluesige Themen werden mit klanglichem Acid aufgepumpt und mutieren zu betörenden, ab und an sehr intensiven und sogar harten Rocknummern. Sehr schön kommt bei THE ID immer der mehrstimmige, leicht abgehoben wirkende Gesang, der gekonnt die Stimmung der Songs verfestigt. 

Gut, mit dem von uns so geliebten Heavy Metal hat diese Band wohl gar nichts zu tun, aber die Musik ist grundehrlich, auch wenn es komisch wirkt, daß gestandene Recken, die schon seit Ende der 50er Jahre Musik gemacht haben, auf einmal dem Psychedelicbeat verfallen. Und mal ehrlich, worauf fußte denn der Hardrock der 70er, der als Vorlage für den 80er Metal gilt? Woher kam der Punk? Eben!

THE ID haben das Zeug gehabt und waren als Einzelmusiker in verschiedenen Projekten sehr erfolgreich, so hat Jerry Cole (Gitarre) sogar mit dem "King" himself, Elvis Presley, zusammengespielt. Ihr Psychedelicprojekt versank irgendwann in den Annalen der Musikgeschichte, ist aber wahrlich zu gut um vergessen zu werden.  Denn Songs mit Wiedererkennungswert schreiben konnten sie.

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Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. The Rake
02. Wild times
03. Don't think twice
04. Stone and steel
05. Baby eyes
06. Boil the kettle, Mother!
07. Butterfly kiss
08. Short circut
09. Just who
10. The inner sounds of the ID
Bonustracks
11. Wild times
12. Don't think twice
13. Kimeaa
14. Our man Hendrix
15. Tune out of that place
16. Give me some lovin´
17. Boil the kettle (Inst.)
18. What else?
19. Uh uh uh
20. I can't stand it, Baby

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Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

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8,5 von 10 Punkten

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Label:
World in Sound

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Artikel eingestellt:
08.10.2005

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