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CAPRICORNS - Ruder forms survive

CAPRICORNS - Ruder forms survive

Die EP dieser britischen Band hatte ich vorher nie gehört, konnte daher auch keine Angaben zum Musikstil der CAPRICORNS machen, bevor ich diesen Silberling in meinen Player steckte. Nun denne, hier sind sie, Spacedoompsycherock, CAPRICORNS.

Die Herren lieben instrumentale Tracks, bei denen sie sich nach Herzenslust an ihren Instrumenten austoben können, die da sind: Gitarre, Bass und Schlagzeug. Eine wunderbare Triobesetzung also, nein, auf der CD stehen vier Leute drauf. Wie auch immer zu drehen und zu wenden, sie sind vollkommen far out.

Die Songs sind trotz des fehlenden Gesangs, mal abgesehen vom ruhig beginnenden und sich dann in einen eruptiven Spacerock mit doomigem Ausdruck steigernden "First promise broken", sehr mitreißend, was vielleicht an der hypnotischen Schwere liegt, die sie verbreiten. Eine vielzahl von Taktwechseln und erdigen Melodiebögen sorgt für einen traditionellen 70s Hardrockeinschlag, der irgendwo aus dem Bluesrock schöpft, sich mit Doom und Psychedelic vereint und in einen bunten Notenschwall explodiert.

Die CAPRICORNS lassen ihre Songs gerne bis zum Bersten anschwellen, sich dann mit immenser Wucht entladen. Die Musiker sind sehr exakt aufeinander eingespielt, können sich blind verlassen, daß ihre Mitstreiter nicht aus der Reihe tanzen. Viele Parts wirken hier improvisiert im Sinne der 70er, mit sehr viel Inspiration dahinter, obschon sicher genügend durchkomponierte Momente dieses Album im Zaum halten. Aber zehnminütige Longtracks sprechen eine deutliche Sprache.

Wenn die ruhigen Parts kommen, kann die Atmosphäre schon sehr abgedriftet wirken, doch die urgewaltige Heaviness dieser Band holt sie immer wieder zurück auf den Boden. Die Musik der CAPRICORNS ist dennoch ekstatisch, sehr körperbetont werden hier die Sinne quasi ausgeschaltet und man gerät in einen tranceartigen Zustand. Den eingefahrenen Metalfreaks oder Spartendenkern sei von diesem Album abgeraten, ebenso Kids, deren Horizont nicht über den charttauglichen Psychopathenhardrock hinausgeht. Namen nenne ich keine, sonst muß ich brechen. CAPRICORNS streicheln die Seele, saugen Dich aus dieser Realität hinaus in das schwarze, nur vom milliarden Jahre alten Aufglimmen längst verloschener Sonnen  durchzogene Nichts. Herrlicher Trip.

 

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. 1977: Blood For Papa
02. 1969: A Preditor Among Us
03. The First Broken Promise
04. 1440: Exit Wargasmatron
05. 1066: Born On The Bayex
06. 1946: The Last Renaissance Man
07. 793AD: The Harrying of the Heathens

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Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Rise Above Records

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752 x

Artikel eingestellt:
21.11.2005

SirLordDooms Top5 Playlist

1. Buffalo - Dead forever (AUS, 1972)
2. ZZ Top - First (USA, 1971)
3. Bloodrock - same (USA, 1970)
4. Shizoey - Lineaments
5. Fates Warning - Awaken the guardian

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