Kann sich noch jemand an die Schweizer Doomer EXCRUCIATION erinnern? Haben die nicht Ende der 80er eine MLP namens „Last Judgement“ heraus gebracht? Aber die gibt es doch schon lange nicht mehr, oder? Nun, es sollte eher ‚gab es nicht mehr’ heißen, denn EXCRUCIATION haben sich nach deftigem Schmaus und 14-jähriger Pause wieder zusammen gefunden. Seit der Wiedergeburt anno 2003 hat man ein Live-Album („The Return“) und eine 12“ Pic-Disc/Lim. CD-Edition („Arise“ – Auf „Angels…“ mit enthalten) veröffentlicht.
Nun kommt auch der erste richtige Longplayer der Band über NonStopMusic bzw. Twilight heraus und plötzlich ist alles anders, alles professioneller. ,,Angels To Some, Demons To Others” wartet nicht nur mit einem der Musik angepassten Artwork auf, es besticht auch durch einen rund klingenden Sound, dem letzten Endes aber etwas Kick fehlt. Der Großteil ihrer abwechslungsreichen Kompositionen kann durchweg überzeugen. Leider haben sich hier und da ein paar Lückenfüller mit eingeschlichen, die sich aber nur bei mehrmaligen Hören als solche outen. Der Wiedererkennungswert von ‚Mo(u)rning Again’, ;Arise’ oder dem Samplerbeitrag ‚Golgotha’ ist dagegen äußerst hoch, selbst wenn des Öfteren der Vergleich zu ihren Landsmännern Celtic Frost (Besonders Sänger Eugenio klingt stark von Tom G. Warrior beeinflusst!) und frühe Paradise Lost in den Sinn kommt. Besonders ‚Smashed’ könnte man mit dem Züricher Trio vergleichen, aber hoppla! EXCRUCIATION kommen auch aus dieser Stadt? Na sowas! Egal, denn „Angels…“ bietet im Gegensatz zu „Monotheist“ mehr Höhepunkte, weniger Quotenminuten und Songs, die live keine gähnenden Gesichter hinterlassen. Und dazu noch ‚Wardance’ und ‚Last Warrior’, zwei Songs aus den 80ern in neuem Soundgewand, die der Digipak-Version als Bonus beigelegt werden.
EXCRUCIATION sind weitaus mehr als ein Neo-Celtic Frost-Verschnitt, denn ihre Songs gehen sofort ins Ohr und bleiben dort auch hängen. Immer und immer wieder, nur immer schön laaangsaaam und mit verträumten, dunklen Melodien Marke Katatonia ausgestattet - ein Stilmix, den man sich gerade für verregnete Herbsttage nicht besser wünschen kann. Oder für die bevorstehende, vermatschte Winterzeit, in der man sich Zeit nehmen sollte. Viel Zeit und viel Dooooom!
EXCRUCIATION - Interview mit Sänger Eugenio
(Interview)
Autor:
Trabi
Bewertung:
9 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
NonStopMusic
Band-Webseite:
www.excruciation.net
Release:
12.01.2007
Leserwertung:
8.8 Punkte / 5 Stimmen
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Gelesen:
1295 x
Artikel eingestellt:
04.01.2007
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