Die erste Langrille „Reawakening Pride Once Lost“ der nordirischen Folk/Pagan-Truppe WAYLANDER erschien bereits im Jahre 1998 und wurde durch Midhir Records aus Belfast neu herausgebracht.
Schon recht schnell wird klar, dass sich die Band um Sänger Ciaran O’Hagan nicht hinter ihren irischen Kollegen wie CRUACHAN oder PRIMORDIAL verstecken muss.
Auch WAYLANDER kombinieren geschickt traditionellen irischen Folk mit melodischem Black Metal und klingen auf ihre ganz eigene Art und Weise erstaunlich frisch und verspielt.
Bereits beim Opener „Sunrise“ wurde zur klassischen irischen Tin Whistle, der Akustikgitarre sowie dem Bodhrán, einer irischen Trommel, gegriffen – Instrumente, die in den knapp 60 Minuten immer und immer wieder auftauchen und den perfekten Kontrast zu den meist sehr Black Metal-lastigen Vocals bilden.
Bei manchen Passagen hätte man die Flöte für meinen Geschmack ruhig etwas weiter im Vordergrund lassen können, denn so gehen ihre zarten Klänge an einigen Stellen leider gänzlich verloren oder tümpeln im Hintergrund nahezu unhörbar vor sich hin, so dass die insgesamt recht mystische Atmosphäre ein wenig darunter leidet.
Neben den traditionellen Folk-Instrumenten stellen der stellenweise eingesetzte klare Sprechgesang wie bei „A Hero’s Lament“ sowie die Chorpassagen eine gelungene Variation dar und tragen angenehm dazu bei, dass „Reawakening Pride Once Lost“ das gewisse Maß an Abwechslung besitzt, das eine Scheibe braucht, um mit der Zeit nicht langweilig zu werden.
Inhaltlich haben sich die Nordiren ganz der keltischen Mythologie des Landes verschrieben. Die Texte handeln, wie sollte es auch anders sein, von Irlands blutiger und gleichzeitig geheimnisvoller Vergangenheit.
Die Scheibe kann das Niveau der ersten drei Songs leider nicht die gesamte Spielzeit über halten und verliert sich gegen Ende zu ein wenig in immer wiederkehrenden Melodieläufen.
Nichtsdestotrotz haben WAYLANDER mit „Reawakening Pride Once Lost“ ein gutes, solides Stück Musik geschrieben, welches sich der leidenschaftliche Folk-/Paganhörer durchaus einmal zu Gemüte führen sollte.
Da es sich um ein Re-Release handelt, sind auf dem Silberling natürlich auch zwei Bonustracks zu finden: die Demo-Versionen zu „A Hero’s Lament“ und „Sunrise“ hätte es zwar nicht unbedingt gebraucht, aber dennoch runden sie die Scheibe fließend ab.
Bookmark: