Ein bisschen obskur ist das ja schon, was uns NUMINON auf Ihrem Langeisen hier anbieten. Die Band hat gerade mal zwei vollständige Alben veröffentlicht, kommt aber bereits mit einem „Best of“- Album um die Ecke, denn nichts Anderes stellt „Remnants Of A Diabolical History“ dar, wie man am Albumtitel vielleicht bereits erkennen kann. Das Ganze bekommt allerdings eine etwas andere Bedeutung, wenn man weiß, dass die Band ebenso neben den beiden Alben auch fünf Demos, drei EP´s und eine Split-CD veröffentlicht hat.
Die auf dieser CD enthaltenen Tracks sind unveröffentlicht („Diabolical Bloodshed“), in dieser Version unveröffentlicht („Blaspheming The Dead“, „Genocide“) oder in einer neuen Version aufgenommen („Servants Of The Moonlight“). Dazu kommt ein VIOVOD-Cover („Live For Violence“), zwei Stücke von dem raren „Promo ´97“- Demo („Cemetery Of Life“, „Sodom´s Fall“), zwei Stücke von der „Blaspheming The Dead“- EP („Invocations“, „Blessed By Fire“), ein Track von der „Blaspheming The Dead“- Kassettenversion („Decomposed“) sowie der Vinyl-Bonustrack von der letzten Langrille „Recremation“ („Spit On Your Grave“). Alles also Tracks von recht seltenen und mittlerweile schwer zu bekommenen Veröffentlichungen.
Musikalisch haben wir hier Old School- Death Metal – wie man an den Songtiteln schon erkennen kann und zwar die Elchtod-Variante. Die Schweden erinnern hier an uralte ENTOMBED und NIHILIST zu Demo-Zeiten, erreichen dessen songwriterschen Qualitäten allerdings nicht ganz. In vorderster Front stehen die tiefgestimmte Gitarren, die eine richtige Riffwand produzieren. Die Mucke ist durchsetzt mit vielen Breaks, nach denen immer zeitweise die Blast Beats ausgepackt und kräftig auf das Gaspedal getreten wird, allerdings nie durchgängig, so dass es nicht langweilig wird.
Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist sicherlich der unterschiedliche Sound, da nicht alle Songs neu eingespielt wurden, sondern, wie weiter oben beschrieben, von diversen Veröffentlichungen genommen wurden. Durch die Auswahl verschiedener Perioden macht sich das natürlich auch im qualitativen Bereich bemerkbar, die teilweise recht hoch sind, was ja auch nachvollziehbar ist, denn welche Demoband kann es mit Bands aufnehmen, die bereits einige Alben veröffentlicht haben. Ebenso differenziert der Sound gerade von den Gitarren her. Zum Ende hin werden die SOngs auch leier ein wenig schwächer, Totalausfälle sind auf der CD aber keinesfalls zu verzeichnen.
Als Appetizer für die regulären Alben der Band ist diese Compilation absolut empfehlenswert, ebenso für Sammler und Fans der Band, die bislang nicht an die älteren Werke der Band herangekommen sind. Anspieltips: Das mit Breaks durchsetzte „Blaspheming The Dead“, das mit überraschend melodischen Gitarren arrangierte und trotzdem brettharte „Live For Violence“ und das einer typischen schwedischen Dampfwalze gleichende „Servants Of The Moonlight“. Absoluter Killer ist auch das WHIPLASH-Cover zu „Spit On Your Grave“.
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