Schon wieder eine hoffnungsvolle Band aus Schweden, was ist denn da los, es sprießen die jungen Bands wie hierzulande Unkraut aus dem Boden. Scheinbar werden dort die Kinder statt mit der Muttermilch mit Instrumenten aufgezogen, anders kann ich mir diese Quantität und oft auch Qualität nicht erklären.
MOONLIGHT AGONY stammen aus Kungsbacka, was an der schwedischen Westküste bei Götheborg liegt. Die Band existiert seit 1999 und hat neben den drei Demos „Dust“ (2001), „Moonlight Agony“ (2001) und „Echoes Of A Nightmare“ (2002) 2004 das Full-Length-Debut „Echoes Of A Nightmare“ veröffentlicht, was hervorragende Kritiken in der Szene erhalten hat. Mit dem Wechsel der Plattenfirma von Massacre zu Dockyard 1 ist dann wohl auch die dreijährige Wartezeit zu erklären, weshalb „Silent Waters“ erst jetzt erscheint.
Musikalisch haben wir hier melodischen Power Metal mit atmosphärischen Keyboards, der an eine rohere und aggressivere Variante von DREAM THEATER zu „Images and Words“- Zeiten oder alten SYMPHONY X erinnert. Die Band verbindet gekonnt Double Bass-Parts, aggressive Vocals und Nackenbrecher-Riffs mit melodischen Soli, atmosphärischen Keyboards und tollen Gitarrenmelodien. Was die Band von anderen melodischen Power Metal- Bands ihrer Art unterscheidet, ist eindeutig die größere Aggressivität, die trotz aller Melodien immer wieder durchkommt.
Da schließt sich dann allerdings auch ein Kritikpunkt an, denn gerade die Vocals leiden darunter: Wo melodischerer Gesang angebracht wäre, da kommt uns Sänger David Akesson erneut mit aggressiven Stilelementen. Versucht es der Mann dann doch einmal mit einfühlsameren Melodien wie beim getragenen „Soulless“, merkt man desöfteren die stimmlichen Grenzen. Er klingt dann ein wenig wie Peavey Wagner von RAGE. Beizeiten gelingt es ihm aber doch, seinen Stimmbändern harmonische Elemente zu entlocken wie bei „Through The Desert Storm“.
Obwohl die Band im Vergleich zu Progressive Metal-Bands eher eingängig agiert, gibt es doch immer mal wieder komplexere Passagen wie bei „I´m Alive“, die jedoch eher spärlich eingesetzt werden und deswegen auch etwas Besonderes darstellen. Einzig beim Track „Different Stories“ übertreibt es die Band mit ihrer Progressivität. Unbestritten sind auch bei dieser Band die technischen Fähigkeiten und so sind es auch die rasend schnellen Soli, die den Hörer mitreißen und begeistern. Erfreulicherweise hat die Band auf fröhliche Mitsing-Gesangseinlagen á la RHAPSODY & Co. verzichtet, was das Album ein wenig düsterer klingen lässt als vergleichbare Alben aus diesem Metier.
Insgesamt beeindruckt das Album durch die aggressiven und mitreißenden Elemente. Die Band versteht es, interessante, abwechslungsreiche und dennoch nicht zu komplexe Musik zu schreiben, ohne mit ausufernden Rhythmuswechseln oder Soli zu langweilen. Aufgrund der Aggressivität und der kaum vorhandenen Komplexität dürfte das Album eher für Power Metal-Fans interessant sein, die es abwechslungsreich, gut arrangiert und etwas härter mögen. Ebenso ist es erwähnenswert, dass die Songs auch zum Ende der CD in der Qualität nicht abfallen, wie man das bei anderen Bands oft hat. Die Band hat es nicht nur technisch drauf, sondern kann auch tolle Songs schreiben. Wenn ihr nicht wollt, dass eine weitere hoffnungsvolle Band in der Veröffentlichungsflut untergeht: Unbedingt reinhören!
Autor:
ehemaliger Mitarbeiter
Bewertung:
8,5 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Dockyard 1
Band-Webseite:
www.moonlightagony.com
Release:
23.03.2007
Leserwertung:
8.3 Punkte / 2 Stimmen
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Gelesen:
1484 x
Artikel eingestellt:
26.03.2007
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