Sich mit voller Absicht zwischen alle Stühle setzen und dabei nicht wie ein kompletter Vollidiot aussehen ist auch eine Kunst. Jeder der sich auf Omis 78sten Geburtstag schon mal mit Eierlikör und Doppelkorn die Kante gegeben hat, weiß wovon ich Rede. Nichts ist peinlicher als wenn das schwarze, tätowierte Schaf der Familie besoffen auf den Arsch fällt und der ungeliebte fette Cousin mit Abitur und fiesem Seitenscheitel dabei zukuckt.
DEVIOUS aus Holland beherrschen diese Kunst, denn der hier dargebotene Death Metal mit tiefschwarzen Einflüssen, auch als Black Metal bekannt, dröhnt auf technisch höchstem Niveau aus den Boxen.
Allein die Nummer „Room 302“ ist schon ein Hammer. Mit fiesem Thrasheinschlag und jede Menge Hitpotential in der Melodieführung klatscht mir der Song meine Frontlappen an die Schädelrückwand. Sehr fett.
Leider ist mit Hit und Melodie dann auch schon Feierabend. Der Rest der Scheibe fungiert dann hauptsächlich als Laufsteg für die Frickelfraktion. Meine Güte, was für ein Geschepper. Der Härtegrad und Aggrofaktor ist zwar exorbitant hoch, aber dafür auch die Komplexität. Das Material ist unglaublich sperrig. Wo eine Band wie IMMOLATION trotz Jazz, Frickeleien und Spaß am Unorthodoxen es trotzdem schaffen ihren Songs ein Schema zu verpassen, sucht man eben dieses auf den restlichen Songs vergebens. „The Repentance“ kann aus diesem Schema ausbrechen und besticht durch epischen Songaufbau, der Rest ist mir aber einfach zu hektisch.
„Domain“ ist sicher eine gute Death Metal Scheibe und sieht gegenüber den letzten Alben von GOD DETHRONED, ABORTED und ähnlich gelagerten Bands gar nicht so schlecht aus. Eine Duftmarke ist gesetzt, das nächste Mal aber dann bitte mehr Übersongs wie die oben erwähnten.


01. Entrance...
02. Room 302
03. Incantation Of The Earthbound
04. Boundless Domain
05. Misanthropic Entities
06. Suoived Pt. II
07. The Repentance
08. Third World Suicide
09. Days Of Disorder
10. Dead Cannibal Civilization
11. Shibito
12. Lowest In The Foodchain
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