Was da bei mir mit der Post reingeschneit ist hat mich zugegeben zunächst doch ein kleinwenig stutzig gemacht. KARRAS nennt sich die Band, „The bright side of death“ der etwas schräge Titel der Platte. Und auf der Rückseite: drei junge Damen und in der Mitte ein Kerl dazu. Das ist nicht nur mal ungewöhnlich, beachtenswert ist auch die verschiedene Herkunft der Musiker: da ist die persische Gitarristin Ela, die Halb-Jordanierin Corinna am Bass, das Ruhrpottmädel Sabine an den Drums und dazu schreit sich der türkische Sänger Devrim die Kehle aus dem Leib. So etwas findet man nun wirklich selten, und wenn dann wahrscheinlich auch nur in Berlin, der Heimat von KARRAS.
Aber ob diese Mischung auch aufgeht? Mit der Beantwortung dieser Frage bin ich da mal lieber vorsichtig. Einerseits gibt’s an ihrem ersten Longplayer „The bright side of death“ nicht allzu viel zu meckern, aber zu loben gibt es andererseits auch wieder nicht besonders viel. Die Scheibe ist nicht nur rund, sondern auch etwas flach geraten und mich persönlich überzeugt ihr Stilmix aus Death-Metal-Anleihen und monotonen Hardcore-Elementen nicht wirklich. Nicht das die Combo ihr Handwerk nicht beherrschen würde: technisch sind die elf Stücke wirklich gut eingespielt und man bemüht sich hörbar nicht in irgendwelchen stilistischen Schubladen stecken zu bleiben, aber die Mischung haut einen nicht wirklich vom Hocker, zumal die Produktion aus der Hand von Jacob Bredahl (HATESPHERE) etwas verwaschen und damit irgendwie recht harmlos wirkt. Trotz ordentlichem Geknüppel und fiesem Geschrei gemischt mit groovig-langsameren Teilen und ein paar fetten Gitarrenriffs sowie massivem Schlagzeugspiel kommt hier nicht so recht Dynamik auf und ich müsste jetzt schon sehr lange überlegen um hier einen Anspieltipp zu nennen, da durchaus individuelle Ansätze leider recht schnell im eher matschigen Unterbau der Stücke verschwinden. Die elf Lieder gehen zwar alle ganz nett ins Ohr, aber hängen bleiben will so recht keines. Und irgendwann nervt das recht monotone Gebrüll (teils noch mehrstimmig wie bei „The Disciple“) sowie das immer wieder abgedrosselte Tempo doch ganz gewaltig.
Alles in allem ist „The bright side of death“ ein ganz nettes Album, bietet aber nichts was nicht schon einmal irgendwo zu hören gewesen war. In einigen Ansätzen allerdings steckt durchaus Potential und daher attestiere ich hier jetzt einfach mal Ausbaufähigkeit. Mal ein Ohr ein paar Takte lang zu riskieren kann aber auf keinen Fall schaden.
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