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EILERA - Fusion

EILERA - Fusion
Darauf habe ich ehrlichgesagt fast zwei Jahre gewartet, denn damals fiel mir die taufrische EP „Precious Moment“ des französischen Duos EILERA in die Hände und ich war zumindest konzeptionell hingerissen. Nun ist endlich das erste Full Length Album „Fusion“ am Start und ich bin mal wieder recht angetan.
 
Aber wie sieht es denn nun mit den Qualitäten des gallischen Gespanns auf längeren Spielzeiten aus? Ungetrübt gut um ehrlich zu sein. Noch immer haben Sängerin Eilera und Gitarrist Loïc Tézénas ein Gespür für schöne ruhige Melodien, die sich streckenweise sehr eingängig geben, und dennoch enormen Tiefgang haben, sowohl textlich als auch musikalisch, während aber im richtigen Moment auch nicht mit brachialer Härte gespart wird. Bisweilen treiben einen die Gitarren herrlich nach vorne, bis man sich wieder in einer der ruhigeren Passagen davon erholen kann und Geigenklängen lauscht. Besonders fasziniert die Kopplung von Stimmungen und Emotionen an das musikalische auf und ab.
Aber auch die Experimentierfreude der beteiligten Musiker kommt nicht zu kurz, was auch zu elektronischen Einsprengseln oder rhythmisch ungewöhnlichem führen kann. Obwohl sich EILERAs Musik nur schwer kategorisieren lässt, könnte man es als eine sehr fesselnde Mischung  aus melodischem Metal, eher progressiv experimentellem und leichten Celtic Folk Einflüssen bezeichnen, wenn letztere auch etwas schwächer als noch auf der EP ausfallen. Dies sorgt aber auch für das Phänomen, dass ein Reinhören Zeit fordert, im ersten Moment wirkt einiges wohl leicht befremdlich, doch überspringt man diese Hürde offenbaren sich wunderbare Klangwelten.
Thronend über allem schwebend findet sich Eileras herrliche Stimme, die sich in einer Schnittmenge aus Björk, Tori Amos und einem Schuss Loreena McKennit bewegt und es nach wie vor aufs hervorragendste versteht Gefühle wie Verzweiflung und Wut aber auch Zynismus zum Ausdruck zu bringen.
Das sich dies alles in einem sehr ausgewogenen Produktionsgewandt präsentiert schadet dabei natürlich keineswegs.
 
Im Prinzip hat sich also nicht viel an der Grundrezeptur der EP geändert, die Tendenzen wurden eher gefestigt und verfeinert und haben sich auch über eine Spielzeit von 50 Minuten bewährt. Aber zwei kleine Kritikpunkte ergeben sich doch.
Zum einen ist es schade, dass es zwei Songs von „Precious Moment“, nämlich der Titeltrack und das noch immer fantastische „The Angel You Love..The Angel You Hate“, auf das Album geschafft haben und dabei die Qualitative Speerspitze der CD bilden, denn wenn Songs wie „September“ oder „Addicted“ auch hervorragend sind, kommen sie an erstgenannte nicht heran. Kombiniert mit einer Nullnummer wie „Healing Process“, die der zweite Kritikpunkt ist und sich zum glück nicht wiederholt, drückt das den Gesamteindruck etwas.
 
Alles in allem haben wir hier aber ein sehr gelungenes Werk, und EILERA haben mit „Fusion“ für mich wiederum einen kleinen Geheimtipp geschaffen, in den man aber vorher reinhören sollte, denn nicht jeder wird direkt Zugang zu den komplexen Kompositionen finden.
Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Non Merci
02. In The Present
03. Healing Process
04. Fusion
05. Addicted
06. The Angel You Love…The Angel You Hate
07. Keep Our Heaven
08. Back To The Essentials
09. Free…Are You?
10. September

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Zu dieser Rezension:

Autor:
Mr. Vandemar

Bewertung:
8 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Spinefarm Records
Band-Webseite:
www.eilera.com
Release:
12.09.2007

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Gelesen:
1078 x

Artikel eingestellt:
06.09.2007

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