Schon beim ersten Durchlauf der aktuellen Scheibe von NOVEMBRE, war mir klar, dass das normalerweise nicht die Art von Musik ist, die ich bevorzugt ständig höre, daher auch die erste Scheibe von NOVEMBRE, die ich komplett durchgehört habe. Die 4 Italiener produzieren etwas, das sich Athmospheric Doom nennt, mit vielen düsteren Parts und teils auch gothiclastigen Einflüssen. „The Blue“ zeigt viele Akustik-Parts (Gitarre), teilweise auch progressiv angehauchte Parts, was ja generell nicht schlecht ist. Nur leider passierte mir zu wenig, was sich wiederum komisch anhört, wenn man auf der anderen Seite stundenlang Funeral Doom hören kann *g*
Die Vocals sind gelungen, meist clean, doch steigt zeitweise düsterer Growlgesang mit ein. Alles in allem doch recht düster gehalten, die Gesangslinien und auch die ganzen Melodien unterstreichen das nochmals gekonnt. Hauptsächlich halten sich NOVEMBRE an wohliges Mid-Tempo, das dann und wann durch schnellere, und progressive Parts aufgelockert wird. Meines Erachtens kein Doom im klassischen Sinne, dieses Album dürfte eher den Anhängern der Sparte MY DYING BRIDE oder KATATONIA zusagen.
Die Lieder selber sind ganz und gar nicht langweilig aufgebaut, ich würde das Songwriting sogar als recht abwechslungsreich einstufen, jedoch fesselte mich bisher keine der Melodien, es blieb mir zu wenig hängen. Teilweise erinnerte mich der ganze Aufbau auch an OPETH, wobei man diese Bands doch lieber nicht im direkten Vergleich zueinander aufstellen sollte. Es kommt auch immer darauf an, was man an einer Band am meisten schätzt, und für mich ist das bei OPETH eben die eingängigen Melodien, welche mir persönlich bei „The Blue“ einfach gefehlt haben, daran änderten auch die weiblichen Guestvocals und die titelspezifischen Intros der Songs wenig.
Alles in allem kann ich NOVEMBRE – The Blue einfach jedem empfehlen, der auf Musik im Stile von MY DYING BRIDE und Konsorten steht, der auch gotische Einschläge nicht von der Bettkante stößt und dem es nicht so schnell an Härte fehlt. Ein schönes Herbstalbum, zweifellos, und ich denke auch dass man kaum bei 2 Durchläufen des Albums alle Facetten des musikalischen Reichtums sofort wahrnehmen kann. Ein leckerer, abwechslungsreicher Happen für Liebhaber von NOVEMBRE und eben andere Athmospheric Doom Combo´s. Nur für mich was es leider diesmal nichts – was nichts heißen muss, da Geschmäcker nun mal verschieden sind. Was ich übrigens sehr niedlich fand: das Veröffentlichungsdatum ist - natürlich - am 9. November. Da ist der Name Programm, ich finds klasse ;-)
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