Kaum zu glauben, aber Italien schaufelt sich langsam aber sicher aus dem aufgetürmten Unrat von Petzen, Süßspeisen-Metaller und Klischee-Fetischisten frei. FURY'N'GRACE haben ein Album geschaffen, das sich leicht an den Frühwerken von FATES WARNING orientiert, dabei aber durchaus auch härtere Harmonien und Riffs von Bands der Sorte NEVERMORE oder OPETH einfließen lässt. Für den Gesang hat man sich Gabriele Grilli geangelt, der das Debüt von DOOMSWORD (Name mir bekannt, Musik weniger) eingesungen hat. Eingefleischten Italo-Metallern ist deren Stimme also bekannt. Für die nicht Eingeweihten würde ich seine Tonlage der von Robert Lowe (SOLITUDE AETURNUS, CANDLEMASS) als sehr ähnelnd betiteln.
So ist es denn kein Wunder, dass die Geschwindigkeit des Liedguts nicht über Midtempo hinauskommt und man sich eher an doomigen Rhythmen probiert, aber es durchaus auch drauf hat zum richtigen Zeitpunkt, wie früher im klassischen Heavy Metal üblich, das Tempo anzuziehen.
Erfreulicherweise ist das Songwriting nicht zu verschachtelt, so dass auch der „normale“ Headbanger die Strukturen jederzeit nachvollziehen kann. Schön auch die immer wieder eingewobenen orientalischen Skalen (ich liebe das), welche mich in der Machart ein wenig an DIO („Egypt“) oder IRON MAIDEN („Powerslave“) erinnern.
Klare Burner dieser sehr starken Scheibe sind der Opener „Tales Of The Grotesque And The Arabesque“ und das extrem heavy daherkommende „Burning Cathedrals“.
Ausfälle gibt es, bis auf den Rausschmeißer „Maldoror“ keine zu verzeichnen. Und da auch die Produktion schön klar, transparent und trotzdem organisch und natürlich klingt, bleibt mir nur noch 9 fette Punkte zu verteilen.


1. Grotesque & Arabesque: Tales Of The Grotesque And The Arabesque
2. Grotesque &Arabesque: Coma
3. Grotesque &Arabesque: The Imp of The Perverse
4. Uncanny Midnights Of The Bride
5. Burning Cathedrals
6. Black Art
7. The Buried
8. Maldoror
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