metal-district.de presents: Festival Mediaval VII

NEGLIGENCE - Options of a trapped mind

NEGLIGENCE - Options of a trapped mind
Die Bay Area liegt nun also in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens. Letztens noch bolzten mich die Serben SPACE EATER mit flottem US Speedmetal zwischen AGENT STEEL 1987 und EXODUS 1985 ins Nirvana, nun ziehen die Slowenen NEGLIGENCE nach und das mit gewaltiger Macht.
Melodien sind ihnen genehm, was das gnadenlose Riffing und staubtrockene Speedschrubben doch merklich auflockert. Auch wird nicht die ganze Zeit über straight gebolzt, sondern geschickt die Geschwindigkeit gewechselt. Da sind pfeilschnelle Abgehparts mit infernalischen Gitarrenläufen und peitschendem Viervierteldrumming, durchdringenden Soli, die kleine Melodiebögen über die rasanten Akkordlanzen legen. Dann sind da mittelschnelle Stampfer und Gitarrenwellen über grandiosen Doublebassrollern und nicht wenige Breaks, die den jeweiligen Song immer wieder umlenken und somit interessant halten, ihm aber nicht den Fluß rauben.
Der Sound ist wuchtig und klar, aber gleichzeitig sehr lebendig, was dieser Stil auch fordert. Sowohl alte Thrasher, als auch neu hinzugestossene Metalkids können sich hieran laben. Im Mix steht der Gesang recht stark im Vordergrund, was natürlich an meiner Anlage liegen kann, aber ich habe halt nur dieses Gerät hier und das lässt es so klingen. Macht aber nicht viel, der gute Mann ist ein charismatischer Hassbolzen, der sich auf das Singen an sich versteht und nicht einfach nur sinnlos in der Gegend herumschreit. Als hätte der ICED EARTH Matt Barlow sich bei TESTAMENT's Chuck Billy eine Lektion im Thrashgesang abgeholt und anschließend mit James Hetfield auf die alten Zeiten angestossen. Klingt absolut fantastisch, urwüchsig, zornig und doch sehr mitreißend emotional. Sind die Zeiten dumpfen Coregeprolls nun vorbei? Ich wünsche es.
Immer wieder tauchen herrliche zweistimmige Läufe auf, die Deinen Nackenmuskeln zu einem ordentlichen Kater verhelfen werden. Denn aus dem Headbangen kommt der geneigte Thrasher nicht mehr raus. Thrashmetal war eben auch lange Zeit nicht mehr so packend. Die Gangvocals sind klasse geshoutet, nerven nicht, töten stattdessen.
Mit „Threshold of society“ hat man einen Thrashepos verfasst, der sich schon 1988 bis 1990 hätte hören lassen können. Hier baut die Band wieder alles ein, was sich an Prügelmetal kontrollierter Art finden lässt. Die Gesangslinie ist boshaft, ebenso wie die unruhigen Riffs. Dies ist ein metallischer Veitztanz, wie ihn nur noch wenige Bands so elegant hinzulegen wissen.
NEGLIGENCE haben nun auch wirklich kein einziges modernes Element im Sinne von nach 1990 zum Metal hinzugenommen an Bord. Wie gesagt, das dumpfe Gebrüll, die Monotonie des Neothrashes, alles bleibt weg. Stattdessen sind satte Riffbolzen und sogar mal unverzerrte Gitarrenlinien, wie beim granatenstarken „Bay arena“ Song an der Tagesordnung. Die Scheibe ist regelrecht melodisch.
Ich könnte sie mir gut als großes Vinyl mit kultigem Ed Repka Cover vorstellen, so authentisch klingt die Band nach 80er Thrashmetal. Besser noch als TESTAMENT nach ihrem Debüt, Klassikern wie HEATHEN ebenbürtig, nur einen Zacken deftiger und trotz aller offensichtlichen Einflüsse irgendwie charismatisch. Man kommt nach dem ersten Hören schon nicht mehr davon los, wenn man die Scheibe dann wieder und wieder auflegt, wird sich diese Band in der Seele gnadenlos festfressen.
Wer sich also nach wie vor nach dem alten Amithrash vom Ende der 80er zurücksehnt, dem sei hiermit abgeholfen. Die besten Elemente amerikanischer Verhaukunst wurden vereint von einer noch frischen slowenischen Band! Hallelujah!
Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Places Of Dawn
02. War Machine
03. Passage To...
04. Threshold Of Society
05. Bay Arena
06. No Brain No Pain
07. Legacy Of Lies
08. Options Of A Trapped Mind
09. Fight Back
10. Thrust

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Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

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Label:
Rock it Up Records
Band-Webseite:
myspace.com/negligence

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Artikel eingestellt:
07.03.2008

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