Unaufdringlichen AOR mit Neoprogeinschlag bieten uns GHOST CIRCUS, ein holländisch – amerikanisches Duo mit Gastmusikern. Die Songs haben schöne, träumerische Schweberpassagen, erdig – harte Rockeinlagen und mainstreamtaugliche Momente, welche in ein perfektes, aber doch lebendiges Soundgewand gesteckt werden.
Nun ist die Musik eben unaufdringlich, sprich, es fehlen die Übermelodien, welche Dich komplett mitreißen. Du kannst hier schön die Seele und alle anderen Körperteile baumeln lassen, wirklich berühren wird es Dich eventuell nicht. Natürlich ist diese Platte so weit als gut zu beschreiben, man hört sie, findet immer wieder schöne Gitarren – und Synthesizermelodien, hat einen angenehmen Sänger in mittleren Lagen, leider aber nur selten dieses Gefühl, daß der eigene Emotionshaushalt auf den Kopf gestellt wird. „Losing time“, der fünfte Song ist mein Favourit, weil er trotz Drumcomputer nicht nur einen feinen Groove offenbart, sondern auch ein schöngeistiges Popfeeling und sinnliche Keyboardläufe Dich betören.
Hat sich also was mit epischem Neoprogrock, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte, ein Reinhören kann aber nicht schaden. Diese Scheibe wird Leuten gefallen, die auf die „Division bell“ LP von PINK FLOYD und die ASIA Platten seit den 90ern abfahren, wo radiotauglicher Mainstreamrock und progressive Elemente gekonnt verschmolzen werden.
Ob es natürlich einer solchen CD noch bedarf, angesichts von hunderten Scheiben der gleichen Strickweise, von denen so einige wesentlich feuriger sind, das sei dahingestellt. Gekauft hätte ich mir das gute Stück jedenfalls nicht, da greife ich lieber auf SARACEN, alte MARILLION, PALLAS und IQ zurück.
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