CELESTIAL BLOODSHED - Cursed, Scarred and Forever Possessed

CELESTIAL BLOODSHED - Cursed, Scarred and Forever Possessed
Trondheim ist eins dieser Nester, aus denen ein Black Metal Projekt nach dem anderen hervorgeht, geradezu wie Untergangsgewürm aus der Erde bricht. So ist auch Steingrim Torson in mindestens sechs weiteren Bands (Grenjar, Miseria X, Selvhat, Jammerskrik, Unbeing, Kaosritual) als Chefgrowler aktiv und auch seine Mitstreiter sind nicht faul, sondern trommeln und zupfen auch fremd. Nach dem ersten Lebenszeichen CELESTIAL BLOODSHEDs im Jahre 2001 mit dem Demo "Mitt Rike" wurde es erst mal wieder still um das Trio (nicht jeder geniesst im Knast das Privileg, Musik machen zu dürfen), erst 2006 meldete man sich mit der Zwei-Track-EP "Celestial Bloodshed" zurück, auf der auch bereits "Truth is Truth, Beyond the God" vertreten war. Nun liegt mit "Cursed, Scarred and Forever Possessed" das erste Album der Norweger vor.

Insgesamt besteht das Album aus Songs, die mit längerem Abstand zueinander entstanden sind, was man ihnen auch anmerkt. Aber der Reihe nach. Eröffnet wird das Schauspiel des Grauens mit einem Intro, das fast ausschliesslich aus Kettenrasseln besteht, wo man sich dann drei Minuten lang ausmalen darf, was der dort Angekettete da wohl treibt; es schabt und kratzt über Steinboden, ein gequältes Keuchen mischt sich ins Gerassel, eine Glocke läutet, eine nicht weniger gequälte Akkustikgitarre(?) erzeugt sowas wie eine Melodie, man wähnt sich auf einem Friedhof, tief unten in einer dieser Grüfte, die mit langen Gängen in die Vergangenheit führen.

Normalerweise würde man nun mit entfesselter Raserei rechnen, die nach so einem Intro eigentlich schon fast Pflicht ist, und CELESTIAL BLOODSHED machen was ganz anderes, nämlich eine feine, eher gelassene Melodie auf den Saiten anstimmen. Nicht ungeschickt und wenn dann doch die Raserei ausbricht, bleibt die Melodie vom Anfang stets präsent, wird in jedem Tempo durch den gesamten Song getragen. Ein bisschen erinnert das monoton-brutale Drumming darunter an MAYHEM, darüber growled Steingrim seine Besessenheit in die Welt, immer wieder durchsetzen eindringliche und sehr atmosphäredienliche Midtempoparts den musikalischen Amoklauf.

Obwohl CELESTIAL BLOODSHED nie den melodischen Teil in ihren Songs ausser Acht lassen, gehen die übrigen Songs doch insgesamt schneller und brutaler zu Werke als der Titelsong. Sowohl "Sign of the Zodiak" und "Truth is Truth, Beyond the God" brettern herzrhythmuszerfetzend, und noch mehr an MAYHEM gemahnend, alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. "All Praise to Thee" spielt dann wieder mehr mit den Tempowechseln und erzeugt damit deutlich mehr der dunklen Atmosphäre als die eher kurzen vorher genannten. Vielleicht liegts auch an der Kette, deren Rasseln man ja noch aus dem Intro kennt, die hier wieder auftaucht und nicht unerheblich zur beklemmenden Dichte dieses Songs beiträgt.

"Gospel of Hate" ist dann wieder ein von purem Wahnsinn angetriebenes Stück Raserei, das allerdings schneller wieder zu Ende ist, als man den vollständigen Titel (dt: eine Manifestation gegen die christliche Gemeinde und Menschheit im Allgemeinen) lesen kann, hier gibt es dann endlich auch mal Screams zwischen den Growls, die den irren Charakter gut unterstreichen. "Demon of Old" ist inmitten aller Blastattacken nochmal so melodisch wie der Titelsong, was leider nur für die Gitarren und die Growls durchgehend umgesetzt ist, aber dass der Drummer mehr kann als nur draufkloppen wird hier dennoch deutlich, hoffentlich wird das noch mehr in Zukunft. Dieser Song präsentiert sich als der durchdachteste, ohne dabei in sinnlose Spielereien zu verfallen.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist das himmlische Blutvergiessen auch schon wieder zu Ende und hinterlässt einen eher durchwachsenen Eindruck. Insbesondere die kürzeren beiden Songs können mich nicht so recht überzeugen, wohingegen der Titelsong mit seiner betörenden Melodie wirklich was hermacht und vor allem "Demon of Old" macht neugierig auf mehr. Für BM-Nostalgiker und Highspeedfetischisten ist dieses Album dennoch wohl ein Pflichtkauf, hasserfüllt, brutal und blasphemisch.
Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Intro
02. Cursed, Scarred and forever Possessed
03. Sign of the Zodiak
04. Truth is Truth, Beyond The God
05. All Praise to Thee
06. Gospel of Hate (En manifestation mot det kristna samhattet och mänskligheten i sin helhet)
07. Demon of Old

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Zu dieser Rezension:

Autor:
Velvet

Bewertung:
7 von 10 Punkten

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Label:
Debemur Morti
Band-Webseite:
www.home.no/mittrike
Release:
20.04.2008

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Artikel eingestellt:
02.05.2008

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