She told me why. She told me her lies...
Always take care of this…
I told her how, I have always stayed…
Always waitin’ for nothing…
When I get out of here
When I leave you behind
I find that day is passed us by
And I can see you
Running through the fields of sorrow…
Mit diesen Zeilen, untermalt von Akustikgitarren und einem Gesangsduett mit einer weiblichen Stimme, die den Gegenpart zur finalen Auseinandersetzung eines Beziehungsdramas einnimmt, beginnt das von der Metalwelt wohl am sehnlichsten erwartete Album.
Eine Kritik zum neuen Werk einer Band wie OPETH ist immer eine zwiespältige Angelegenheit. Musiker dieser Kategorie schweben in völlig anderen Sphären und werden dementsprechend mit anderen Maßstäben gemessen, aber auch mehr verehrt als andere und dabei geht dann auch gerne mal die kritische Beobachtung flöten.
Andererseits ist die Erwartungshaltung dermaßen immens, dass die Gefahr einer Enttäuschung extrem hoch ist. Umso mehr wenn man, wie in diesem Fall mit „Ghost Reveries“ geschehen, ein absolutes Meisterwerk vorgelegt hat.
Nun, alle Erwartungshaltungen beiseite gelegt, „Watershed“ ist, genau wie alle anderen Alben aus dem Hause Aekerfeldt zuvor, ein herausragendes Album.
Die Produktion ist, im Gegensatz zum Vorgänger, wieder härter und klingt ein wenig nach „Deliverance“, die musikalische Ausrichtung dagegen typisch OPETH, weil hier sämtliche Trademarks der Band, inklusive den Frühwerken seit dem Debüt „Orchid“ , wiederzufinden sind, andererseits dehnt man seine Bandbreite noch weiter aus, als es noch bei „Ghost Reveries“ der Fall war.
Insgesamt könnte man „Watershed“ als Best of-Album mit ein paar neuen Einflüssen beschreiben.
„Heir Apparent“ hätte ohne Probleme auf „Deliverance“ Platz finden können, „Burden“ auf „Damnation“, „Porcelain Heart“ und „Hex Omega“ auf „Blackwater Park und der große Rest auf „Ghost Reveries“. Immer wieder hat man aber auch das Gefühl ein wenig „Still Life“ oder „My Arms, Your Hearse“ zu vernehmen.
Dies ist letztendlich auch die größte Krux des Albums. OPETH haben sich mit jedem Album neu erschaffen oder immens weiter entwickelt. „Watershed“ ist dagegen „nur“ ein neues OPETH-Album.
Dazu gibt es ein paar Stellen auf dem Album die meinen Hörgenuss erheblich trüben. „The Lotus Eater“ klingt an verdammt vielen Stellen frappierend nach VINTERSORG und klingt zum Ende hin mit schiefen Orgeltönen und Wirtshausgeplapper wenig stimmungsvoll und den Schluss von „Burden“, an dem Mr. Aekerfeldt mit völlig verstimmter Gitarre vor sich hin schrammelt, wirkt auch nicht sehr feierlich und hätte man sich verkneifen können. Man kann mir an dieser Stelle vielleicht Humorlosigkeit vorwerfen, aber auf einem Album von OPETH ist meiner Meinung nach kein Platz für Klamauk. Schon gar nicht bei der tonalen Umsetzung einer Tragödie wie dieser.
Ohne Frage ist „Watershed“ ein großes Album, aber da die Schweden derer schon viele in ihrer Historie geschaffen haben, bleibt eher die Frage wo sich dieses einreiht? Diese Frage muss aber jeder sich selbst stellen. Ich für meinen Teil habe diese Frage schon beantwortet…
Bookmark: