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THE VAINE - It’s A Disease

THE VAINE - It’s A Disease
Wer sagt eigentlich die Jugend sei zu nichts mehr zu gebrauchen? Gut, ich komme wohl langsam in das Alter in dem ich schon aus Selbstschutz solche Sprüche klopfen sollte, weil auch ich nicht mehr drei Schnitzel am Tag in mich reinfuttern kann ohne diese dann am Bauch wieder zu finden. Da darf man sich doch wenigstens darauf berufen viel cooler gewesen zu sein als man selbst noch grün hinter den Ohren war, als die Hüpfer heute. Aber wohl oder übel sind derlei Äußerungen einfach nicht immer richtig. Nehmen wir mal die australische Band THE VAINE. Im Schnitt zarte Neunzehn Jahre Jung brachte die zum Großteil aus Mädels bestehende Band gerade ihr Debüt-Langeisen „It’s A Disease“ heraus.
Gut, die Tatsache, dass weder Aufgrund der Namen noch der Bandfotos 100%ig auszumachen ist wer denn nun Männlein und wer Weiblein ist könnte schon Anlass zum Spott bieten. Aber betrachtet man das Wesentliche, nämlich was da aus den Boxen dröhnt, sieht die Welt schon etwas anders aus.
 
Im Prinzip spielen die fünf einen ziemlich fetzigen Hybriden aus modernem Metal, um nicht das Unwort Nu Metal zu benutzen, mit einem gewissen Einschlag zum Metalcore hin und Anleihen an den Screamo. Zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hören schmuggelt sich auch noch etwas Melodic Death mit rein und Crossover lässt sich anteilig auch mal blicken. Klingt wie ein wüster Mix? Mag sein, aber die Damen und Herren kriegen es hin, vor allem weil das Ganze für so junge Musiker verdammt gut strukturiert ist und spielerisch einiges an Highlights bietet.
Sehr heftige Power Chords, ergänzende Moshparts und Breaks drücken einem Kraftvoll die Luft aus den Lungen um mal mit dem Vorschlaghammer eine Schneise in die Gehörgänge zu schlagen. Darüber finden sich aber immer wieder filigrane Gitarrenläufe, die irgendwo zwischen THIN LIZZY und IRON MAIDEN anzusiedeln wären, verblüffend. Dazu kommen die ein oder andere hervorragende Melodie und auch mal semi-akustische Klänge um das Ganze abzurunden. Treibende Drums und passende Bassarbeit vervollständigen das positive Bild der Instrumentenfraktion.
Hinzu kommt zweistimmiger Gesang von der Mädelsfront in Form einer Gift und Galle spuckenden und schreienden  Frontröhre Shelley, die einer Angela Gossow (ARCH ENEMY) problemlos ebenbürtig ist, und der im klaren Bereich tätigen Gitarristin Click (ja, die nennt sich wirklich so), die eine schöne, nicht zu hohe und flexible Stimme hat, die sich neben den melodiösen Refrains dann auch mal in der einen Ballade „March Of Bastille“ sehr gut macht. Bedenkt man die gerade mal Neunzehn Zähler die die beiden  Mädels aufweisen können, muss man sich beeindruckt zeigen.
 
Ganz ohne Schattenseiten geht es aber auch hier nicht. Trotz der an sich guten Songstrukturen neigt das Liedgut auf „It’s A Disease“ dazu, sich ab und an zu sehr zu ähneln und einige Strecken wirken demnach etwas eintönig. Die ein oder andere Nähe zu erfolgreichen Größen müsste auch nicht sein, denn Hitpotential haben die Australier schon selbst genug. Irgendwo zwischen BULLET FOR MY VALENTINE und ARCH ENEMY haben THE VAINE das potential ziemlich groß rauszukommen. Mit den ein oder anderen der etwas ruhigeren Sachen, die mit einem quasi GREENDAY Refrain daher kommen, könnte man gar MTV- und VIVA-tauglich sein, was ich übrigens ebenfalls unter die Minuspunkten eines sonst überzeugenden und durchaus unterhaltsamen Albums packe.
Aufgeschlossenere Metalheads sollten unter anderem mal in „Aim And Fire“ oder „Incurable“ reinhören.
Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Scarecrow: The Beginning
02. Aim And Fire
03. Sounds Of The Mary Celeste
04. If No News, Start Rumours
05. Oh Oh Chontelle!
06. By The Hand Of The Butcher
07. The Scarecrow Speaks In Rhyme
08. Damage In The Waiting Room
09. March Of Bastille
10. Incurable
11. Love And Monsters
12. (Bee)n Stalking Jaque
13. We Are Heroes

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Zu dieser Rezension:

Autor:
Mr. Vandemar

Bewertung:
7 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Dead Famous Records/Radar
Band-Webseite:
www.myspace.com/thevaine

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927 x

Artikel eingestellt:
17.07.2008

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