Es sind noch knapp vier Wochen bis zum entgültigen Erscheinen dieses Albums, aber ich will den Freunden episch doomigen Vikingmetals schon einmal die Lefzen in Sabberposition bringen. Ich höre CROM, das Ein Mann Projekt von Walter Grosse, ehemals Axtschwinger bei den Blackmetallern DARK FORTRESS.
CROM hat mit Blackmetal nichts zu schaffen. Geboten wird höchst melodischer, meist getragen dargebotener Metal, der natürlich vom Übervater aller Ein Mann Bands, Thomas "Quorthon" Forsberg (RIP) und seinem BATHORY Kult beeinflusst worden ist. Ganz so direkt wie bei den schwedischen EREB ALTOR wird hier aber nicht in Wikingermanier geplündert und vergewaltigt. Walter "Crom" hat schon eine eigene Interpretation der Lehren Quorthons angestrebt, die zwar musikalisch das Rad nicht neu erfinden, einigen Kameraden auch wesentlich zu kitschüberfrachtet sein wird, aber in gewisser Stimmung einfach Laune macht.
Selbiges gilt natürlich auch für die gerade in truemetallischen Undergroundkreisen zu Gottstatus emporgehypeten EREB ALTOR. Heldenmusik von oftmals epischer Größe, aber ohne zuviele Impulse an die Gesamtszene auszusenden. Bei CROM sind Songs wie "Hammer of the gods" und "Fire" ganz am Albumende die ersten Smasher, die ins Blut gehen. Der Opener "Wings of fire" ist mit seiner "Melodicpowermetal meets MANOWAR" Attitüde schon kurz vor dem Absturz. Wäre der Gesang nicht, könnte man meinen, da setzt gleich Tarek von MAJESTY ein. Der entsprechenden Klientel dürfte es gefallen, ich finde, es hätte nicht viel gefehlt, allein bei diesem Stück.
Walter rettet sich, er schafft es, trotz Doublebassgekloppe, etwas aus dem Song zu machen. Schöne akustische Gitarrenläufe sind dann in der kommenden Zeit immer wieder der Ausgleich für urtypisch teutonisches Überpathos. Doch halt, wenn man nicht weiß, daß Walter eben kein Skandinavier ist, wird man dieses Projekt sicher nicht unbedingt nach Deutschland einordnen. Einige Melodien sind mir etwas bieder geraten, haben mehr was von CUSTARD auf Doom, denn der Erhabenheit von BATHORY. Aber, weder möchte ich die ganzen freundlichen Teutonenbands absauen, noch meckere ich groß über CROM herum.
Sein Ziel war sicher nicht allein, angenehm hörbaren Doom mit episch - bombastischem Ausdruck zu schaffen, der nicht immer, aber doch oft genug eine feine Unterhaltung bietet. Letzteres ist ihm allein gelungen, mehr noch nicht, es sei, ich korrigiere durch intensives Hören, meine wohlwollende Meinung noch nach oben. Es scheint ein Wachstumsalbum zu sein und ich kann sagen, daß ab dem dritten Stück die anfängliche Biederkeit abgelegt und durch stramme Epik ersetzt wurde.
Noch kein Klassiker, aber ein gutes erstes Full Length Album (nach einer EP und Demos). Wer Bands wie FALKENBACH vor der zu seichten Phase liebt, wird hier übrigens neben allen EREB ALTOR Worshippern noch zusätzlich bedient, ebenso alle Freunde skandinavischer Doommetalkost.
CROM - The Fallen Beauty E.P.
(Rezension)
Autor:
SirLordDoom
Bewertung:
8 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Puresteel Records
Release:
29.08.2008
Leserwertung:
9.3 Punkte / 169 Stimmen
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Gelesen:
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Artikel eingestellt:
03.08.2008
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