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THYRFING - Hels Vite

THYRFING - Hels Vite
Oh!... mein!!.... Gott!!! (Odin). Wenn ich zu Kreischanfällen neigen würde, wäre das nun DER Zeitpunkt überhaupt. Ich bin sprachlos, mir fehlen die Worte. Deswegen äussert sich meine Begeisterung, mein Überwältigtsein, mein Staunen in einem in Ehrfurcht verstummten Schrei. THYRFING sind nach drei Jahren und zwei ausgetauschten Bandmitgliedern zurück und haben den neuen Opus "Hels Vite" im Gepäck. Und sie übertreffen restlos alle meine Erwartungen und Hoffnungen, die ich hatte.

Als Thomas die Band verliess, war das für viele eigentlich das Ende von THYRFING, aber die eigenwilligen Schwertträger haben nicht im Traum daran gedacht, aufzuhören. Als dann das Geheimnis um den Erben des Mikros gelüftet wurde, ist nicht wenigen die Kinnlade bis zu den Knien geklappt: Jens Rydén, ex-NAGLFAR-Shouter und einer der charismatischsten und ausdrucksstärksten Black Metal Vokalisten überhaupt, sollte das schwere Erbe antreten. THYRFING und infernalische Screams? Das geht niemals gut. Das dachte ich auch, für ungefähr zehn Sekunden. Denn dass er auch ganz anders kann, zeigen seine unzähligen Backing-Vocals Gastauftritte und natürlich vor allem sein Solo-Projekt DEAD SILENT SLUMBER. Und dann dachte ich, wenn nicht Jens, wer dann?

Musikalisch bieten THYRFING die logische Weiterentwicklung von "Vansinnesvisor" und "Farsotstider", und "Hels Vite" ist in allen Belangen das bisher düsterste und schwärzeste Werk der Schweden. Für die Vorgängeralben habe ich immer die Schublade Pagan Black Metal benutzt, und genau das ist auch "Hels Vite". Folkig inszenierter, melodiebetonter Pagan Black Metal, der vorwiegend im Midtempo durch die Wüsteneien dunkelster Abgründe existentieller Fragen streift. Erhaben, stolz und furchtlos und dabei ziemlich frei von verspielten Vikingmelodien, denn diesen Pfad, musikalisch wie inhaltlich, haben THYRFING nach "Urkraft" verlassen.

THYRFING haben es geschafft, ihre Trademarks in die neue Konstellation zu transzendieren. Man erkennt sofort, dass es THYRFING sind. Erhabene Melodien in detailreich gezeichneten Arrangements, manches mal episch-opulent, immer düster und unglaublich heavy. Gekonnt eingesetzte Breaks und Hooklines ziehen einem ein ums andere Mal den Boden unter den Füssen weg. Und dann knurrt Jens einen seiner unnachahmlichen Screams auf einen solchen Moment, da halten selbst die Gitarren die Luft an, wie in "Från Stormens Öga" - geil! Gänsehaut pur! Die Vocals sind unglaublich abwechslungsreich, Jens kann auch 'normal' singen, und er kann knurren, und flüstern, und was immer er tut, es passt zu hundert Prozent zum Song.

Weitere Hits auf dem Album sind "Hels Vite", der mit krachenden Cymbals in einer schwerfälligen, groovigen Düsternis über den Hörer hereinbricht, und "Griftefrid", das extrem bösartig daherkommt, noch einen Ticken böser als "Får at Helvete" damals, aber der Kracher ist "Tre Vintrar - Två Solar", ein rund zehnminütiger Track mit doomiger Schwere und breiten Epiktälern, in die mit wenigen Pianoanschlägen echter 'Thrill' gezeichnet wird. Ein Song, der einem den Untergang der Welt wahrhaftig mitten ins Wohnzimmer bringt, mitsamt der Fimbulwinter-Schneestürme und der luftabschneidenden Kälte. Das soll allerdings keineswegs heissen, dass die übrigen Songs weniger gut wären, oder gar schwächer, es sind nur die, die aus dem überragenden Material noch herauszustechen vermögen.

Mit "Hels Vite" haben THYRFING ein absolut starkes Album abgeliefert, das sich in keiner Weise hinter eigenen Werken verstecken muss, ebenso wenig wie vor der mannigfaltigen Konkurrenz im Genrepool, im Gegenteil kassiert es hier einiges mit einem Wimpernschlag, keine einzige Note, die nicht packen würde. "Hels Vite" empfiehlt sich auf jeden Fall für meine Top 10 des Jahres, und zwar ziemlich weit oben. Absoluter Pflichtkauf!
Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. En sista Litania
02. Från Stormens Öga
03. Isolation
04. Hels Vite
05. Griftefrid
06. Becoming the Eye
07. Tre Vintrar - Två Solar

Leserkommentare

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Legion

nettes Review Smile velvet!!

muß mir die scheibe nochmal in aller ruhe irgendwann anhören, haben
wir ja schon mal drüber gesprochen!

ich verbinde mit Thyrfing jedoch das Album "Valdr Galga"
für mich unübertroffen und ihr absolutes Meisterwerk!
so muß Viking Metal klingen!
damals waren sie fast auf einer Stufe mit Mithotyn
Benutzer-Avatar

velvet

Thanks Wink


Aber naja, den Vikingmetalpfad haben sie halt mit bzw nach Urkraft verlassen, von daher kann / darf / sollte man das nicht mehr unbedingt vergleichen Smile

Aber in Ruhe anhören solltest du dir Hels Vite auf jeden Fall mal, vergiss aber nicht die Wolldecke um die Füsse, es ist wirklich bitter bitter kalt hier Very Happy

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Zu dieser Rezension:

Autor:
Velvet

Bewertung:
9,5 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Regain Records
Band-Webseite:
www.thyrfing.com
Release:
24.10.2008

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Leserwertung:
9.5 Punkte / 1 Stimmen

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787 x

Artikel eingestellt:
27.10.2008

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