Zu Beginn des Reviews zur Abwechslung mal ein Quiz: Was für eine metallische Gangart schlägt eine Band wohl ein, wenn man im tristen Russland seinem Dasein frönt? Na? Genau, Doom Metal. Gut, ABSTRACT SPIRIT kommen nun nicht gerade aus der hintersten Ecke der kargen sibirischen Tundra, dennoch versucht man sich auf der ersten Scheibe „Liquid Dimensions Change“ an den depressiven Klängen des Funeral Dooms.
Bis auf die Produktion ist das Ganze allerdings eher semi-gelungen. Diese hat es dennoch in sich. Unglaublich kraftvoll abgemischte Gitarren und ein Schlagzeugsound, der die Wände erzittern lässt, wie eine ausgefallene Heizung die Russen.
Oppositionell dazu verhält sich dann allerdings das, was ABSTRACT SPIRIT aus dieser wirklich guten Grundlage gemacht haben: ein höhepunktfreies und dahinplätscherndes, fast unterdurchschnittliches Doom Album, welches wohl nur beim wirklichen Die-Hard-Kern der Gemeinde Anklang finden wird und kann.
An und für sich sind die Riffings wirklich sehr geil arrangiert, unglaublich drückend und depressiv, allerdings wird das ganze Gesamtbild durch die mehr als nervigen Keyboards und den monotonen Grunzgesang komplett zerstört. In diesem Moment wünsche ich mir „Liquid Dimensions Change“ komplett instrumental eingespielt und vor allem ohne die nervigen Keys.Eine wirkliche Kaufempfehlung kann ich an diesem Punkt nicht aussprechen, denn bis auf den Titelsong sind alle Songs der mehr als einständigen Scheibe durch die vermasselte gesangliche und keyboardtechnische Leistung auf einem mehr als durchschnittlichem Niveau. Dass Potential da ist, zeigen allerdings die Produktion und vor allem die Gitarren- und Schlagzeugarbeit. Vielleicht kann man ja beim Zweitling eine Überraschung erwarten.
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