„Doom“ – Der Titel der bereits vierten Veröffentlichung, der zur Zweimannband geschrumpften PYLON, gibt unwiderruflich die Marschrichtung an, in der sich die mehr als 75 minütige Langrille bewegt. Für „Doom“ allein wurden allerdings sage und schreibe 8, in Wort und Zahl: „Acht.“, 8, Gastmusiker (wovon allein schon fünf hinter den Kesseln sitzen) arrangiert. Man darf also gespannt sein, was die Schweizer abgeliefert haben.
PYLONs Musikstil lässt sich wohl am besten als eine melancholische und traurige Version alter BLACK SABBATH beschreiben. Die Arrangements projizieren einen spätherbstlichen Spaziergang, an einem sagen wir grauen und verregneten Donnerstagnachmittag, ins innere des Kopfes. Weit reichende Klangwelten werden durch den Einsatz von Flöten, Klavieren und ähnlichen Ausschweifen in progressive Gefilde gemalt, doch es gelingt nicht vollkommen Spannungsbögen aufzubauen und vor allem aufrechtzuerhalten.
Und hier kommen wir zu den Schattenseiten von „Doom“. Denn obwohl Produktion, Arrangements und vor allem Stimmung wirklich gelungen sind, leidet das gute Stück unter Langatmigkeit, was auch an der wirklich langen Spielzeit, aber vor allem an der Monotonie und der dahinplätschernden Atmosphäre liegt. Mir ging es beim Hören nämlich des öfteren so, dass mein Blick bereits nach einer halben Stunde langsam gen Player wanderte und ich dann mehr oder weniger erschreckt feststellte, dass man doch erst bei Song vier angelangt war.
Alles in allem ist „Doom“ allerdings eine wirklich gelungene Anschaffung, denn vor allem in Sachen Layout und Gestaltung greifen PYLON in die Vollen und warten mit Digipack, Prägedruck und gelungener Gestaltung auf. Anhänger des traditionellen Dooms sollten mit „Doom“ also einen guten Fang landen.
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