GAIA EPICUS ist mehr oder weniger ein Solo-Projekt, hinter dessen Realisierung das norwegische Mastermind Thomas Chr. Hansen steckt. Neben Schlagzeuger Ole A. Myrholt bedient sich Hansen zur Umsetzung seiner Melodic Metal-Ideen ausschließlich Gastmusiker, welche normalerweise bei so bekannten Bands wie MASTERPLAN oder RHAPSODY zu bewundern sind. Solch ein Vorgehen produziert natürlich recht hohe Erwartungen, und denen wird GAIA EPICUS bereits mit dem ersten Lied ganz gut gerecht. „Damnation“ wirkt als Folge der gut durchdachten Mischung aus Strophen, Bridges, Refrain, Instrumental- und Sprechparts ziemlich vielschichtig – was bei fast neun Minuten Spielzeit auch unerlässlich ist – bleibt aber dennoch immer einem musikalischen Konzept verhaftet, so dass die ganze Sache nicht chaotisch erscheint. An den Titelsong schließt sich das schnellere „Masters Of The Sea“ an, eine kraftvolle, die Stimmung hebende Power Metal-Nummer. „Firestorm“ beginnt episch, verwandelt sich dann jedoch in einen mit verschiedenen Geschwindigkeiten spielen-den, leider aber über weite Strecken etwas langweiligen Track. Nach dem interessanten, mit Thrash-Einflüssen gespickten Instrumentalstück „The Wizard's Return“ prescht „You Are A Liar!“ für Melodic-Verhältnisse gnadenlos nach vorne, und Hansen beweist mit Lyrics wie „Liar, Liar, Pants On Fire!“ Humor, sowas macht eine Band doch gleich viel sympathischer – vorausgesetzt, die humoristischen Parts nehmen nicht überhand. „Cyborgs From Hell“ startet dem Titel gemäß mit spacigen Kabelsalatklängen, schießt sich allerdings mit seltsam anmutenden, aufgeregten Chorgesängen stellenweise selbst ins Aus, wohingegen „The Savior (Will Come)“ weitaus härter zu Werke geht und mit gekonnt konstruierten Melodieverläufen punktet. Groovig wird es dann mit „A Hero In All“, da möchte man gleich mitwippen, doch der Refrain ist ein wenig träge. „Salvation Is Here“ verkündet als letzter Song die Befreiung der Welt von den bösen außerirdischen Mächten, und dementsprechend feierlich-fröhlich wirkt das Ganze dann auch.
GAIA EPICUS überzeugt mit dem vierten Album „Damnation“ zwar, lässt mich aber nicht unbedingt vor Begeisterung nackt durch den Wald rennen. Besonders gut gefällt mir die außergewöhnliche Stimmfärbung, mithilfe welcher Thomas Chr. Hansen jedem Song eine intensive, kraftvolle Atmosphäre verleiht. Anhänger von Melodic/Power-Metal werden dieses Album sicher abfeiern, und auf solchermaßen orientierte Leute kommt es in diesem Fall ja an.
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