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WALDGEFLÜSTER - Herbstklagen

WALDGEFLÜSTER - Herbstklagen
Ja! Endlich mal wieder ein richtig geiles Ein-Mann Projekt aus good old Germany. Und man muss das auch ganz deutlich sagen, so eine Art Musik kann nur von one-man Bands kommen. Im Gegensatz zu so manch anderem Einzelkämpfer holt sich Winterherz allerdings Diener an Bord, die für eine richtig ordentliche Schlagzeuguntermalung sorgen und auch Flöten und Klavier werden von talentierten Helfern bedient. Ein Bass fehlt sowohl im Studio- als auch im Livelineup, erstaunlicherweise fällt das Fehlen aber nicht negativ auf. Das mag auch daran liegen, dass Winterherz derbst und kompromisslos drauflosschrammelt, wirklich derb, und ich komme nicht umhin, dass in meinem Hinterkopf STERBEND BESUNGEN auftauchen, und doch ist WALDGEFLÜSTER viel folkiger, herbstlicher, melancholischer, verträumter; suchend, wandernd, streifend durch Wald und Feld.

Die Klagen beginnen mit dem "Sommerabend", Wind weht über die Felder und in der Ferne erschallt das Gjallarhorn, Raben krächzen, eine Flöte setzt ein und die Akkustikgitarre gesellt sich dazu, oh, der Eindruck täuscht, denn die friedliche Abendstimmung wird sodann von einer krächzigen Stimme mit den Worten "Herbst befiel das Land" aus ihrer Verträumtheit gerissen und ab da gibt es kein Halten mehr, die herbstliche Vergänglichkeit wird mit erbarmungsloser Brutalität in die Seele des Hörers geschrammelt, während die Stimme hemmungslos durch sämtliche Gesangslagen ihren Schmerz herausschreit, mal mit bösartigem Wolfsknurren, mal mit bittersüsser Klarstimme, geflüstert, gehaucht oder auch alle übereinander. Episch!

Abgelöst von abermals akkustischen Gitarren prescht "Wolfsgeheul" dann nach kurzer Zeit erneut wildest drauflos, bevor der Song in eine absolute Gänsehautpassage hinabstürzt, deren Tiefgang vor allem in den extrem eindringlichen Vocals gründet, der Mann trägt sein Herz wahrlich auf der Zunge. Weiter geht es im harschen Trott, der sich allmählich in eine Melodie auflöst, dezent und leise im Geschrammel versteckt. Die variablen Vocals faszinieren, reissen mit. Und werden im nächsten Song "Wotan sang" noch eindringlicher, ebenso wie die herzzerrreissend leidenden Schrammelgitarren, deren Melancholie man förmlich spüren kann.

Später, wenn die "Herbstlich Wanderung" durch die Wälder sich schon ihrem Ende nähert, bringt Winterherz selbst die perfekte Beschreibung des Albums mit einer Zeile, abermals in einer Gesangslinie, die so in einem Bandgefüge vermutlich nie überlebt hätte, auf den Punkt; 'waren die Wälder schon immer so düster'. Dieser eine Satz enthält den ganzen Schmerz, die ganze Verlorenheit in der Isolation einer modernen Welt und die ganze Sehnsucht nach dem, was noch immer in den Nebeln der Wälder schlummert. Und wenn man ganz leise auf den alten Pfaden wandert, dann kann man es manchmal hören, das WALDGEFLÜSTER. Und meine Wälder flüstern leise, von Einsamkeit, die Wunden reisst... bevor der "Wintermorgen" alles mit Schnee bedeckt, herzzerreissend melancholisch, akkustisch und geflüstert. Gänsehaut pur, wie das ganze Album!
Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Klage I - Sommerabend
02. Klage II - Herbst befiel das Land
03. Klage III - Wolfsgeheul
04. Klage IV - Wotan sang
05. Klage V - Herbststürme
06. Klage VI - Von Einsamkeit
07. Klage VII - Herbstlich Wanderung
08. Klage VIII - Erster Schnee
09. Klage IX - Wintermorgen

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Zu dieser Rezension:

Autor:
Velvet

Bewertung:
9 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Black Blood Records
Band-Webseite:
www.waldgefluester-blackmetal.de.vu
Release:
27.02.2009

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796 x

Artikel eingestellt:
03.04.2009

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