Wer bei dem Bandnamen irgend etwas in der Art wie Vhernen, Velvet Cacoon oder ähnliches erwartet, die ja tatsächlich Musik machen, die eine solche Genrebezeichnung verdient, der wird leider enttäuscht. Zum Grossteil zumindest. Ansätze in diese Richtung sind durchaus vorhanden, aber mehr als Einsprengsel denn als grundlegendes musikalisches Konzept. Wie kaum anders zu erwarten, handelt es sich bei DARKTRANCE um ein Ein-Mann-Projekt, diesmal aus den verrottenden Städten Russlands.
Desolat und verrottend sind durchaus auch passende Beschreibungen für die Musik, harsch, kalt und brutal spiegelt sie die Trümmer des Covers nicht unpassend wider. Dimitri Gubsky ist kein Dilletant an den Instrumenten und er stellt ein ums andere Mal kreatives Talent unter Beweis mit seinen dezent spacigen Arrangements, die dem Verfall auch eine gewisse atmosphärische Schönheit abgewinnen können, eine Faszination am Prozess des Untergangs. Dieses Album könnte sich an sich gut in meiner Playlist halten, wäre da nicht der 'Gesang'.
Der erinnert sowohl von der Stimme als auch den Effekten darauf, viel Hall und Verzerrer, eher an Grindcore denn an Black Metal. Auch die Art der Aussprache, soweit sich das noch als solche bezeichnen lässt, ist eher in irgendwas Core-igem zuhause und stellt damit einen, leider völlig unpassenden, Kontrast zu den Songs dar. Auch nach dem x-ten Hören stellt sich kein Gewöhnungsfaktor ein, eher im Gegenteil, je mehr ich die instrumentelle Seite der Songs zu schätzen weiss, umso weniger mag ich diesen Stil.
Wirklich erholsam ist da ein Song wie "Black Sun", der einen Teil seiner Vocals mit geflüsterten, nur wenig verzerrten und verhallten Cleanvocals bestreitet und nur stellenweise mit dem oben beschriebenen kontrastriert. Insgesamt fällt der Song mit seiner stark klavierbasierten Struktur aus dem Rahmen der restlichen Songs heraus. In dem darauf folgenden Titelsong ist der Gesangsstil zwar nicht wesentlich anders, aber durch die dominante Melancholie sehr viel langsamer und dunkler und wirkt einfach nicht so krass.
Die Musik selbst wie gesagt ist wirklich gut, der Mann hat viel Talent und weiss, was er will. Meiner einer würde aber dringend empfehlen, für die Vocals jemanden mit ins Boot zu holen. Denn selbst wenn der Mann seine Art zu singen in den Griff kriegen würde, wäre da immer noch die Stimme selbst, die auch nicht gerade das ist, was ich in solcher Musik hören wollen würde, da sie viel von der Stimmung zerstört. Nun, allem Gemecker zum Trotz, wer mit einer Mischung aus oben genannten Bands und Old Wainds was anfangen kann, darf ruhig mal ein Ohr riskieren.
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