Knapp ein Jahr ist ins Land gezogen, und der damals bereits angedrohte Nachfolger landet auf meinem Tisch. Da der ja schon eingetütet war, überrascht als erstes hier der Sound. Klang "A Deceitful Calm" noch ein wenig dünn, fallen hier sofort die fetten Gitarren und der insgesamt organischere Sound positiv auf. Beim Durchhören fällt dann als nächstes auf, dass UNDIVINE ihren musikalischen Schwerpunkt eher weiter in Richtung Death Metal verschoben haben, was dem dargebotenen Aggressionslevel gut zu Gesicht steht.
Die Referenzen an die Black/Death Schweden von DISSECTION und Konsorten sind auch immer noch da, aber das Songwriting ist ingesamt sehr viel tighter und straffer geworden, die Songs springen einem noch mehr ins Gesicht als auf dem Debüt, und die Fuck you Attitüde ist ebenfalls besser rausgearbeitet.
Nach einem recht kurzen, aber dramatischen Intro geht es ohne grossen Firlefanz gleich in die Vollen. Das Tempo wurde deutlich angezogen, ohne den Groovefaktor zu vernachlässigen. Nachdem es drei Songs lang richtig Prügel gibt, erinnern sich UNDIVINE ihrer hymnischen Qualitäten und positionieren den Gänsehautgaranten "I Dream Death" dramaturgisch geschickt in der Mitte. Die schon vorher desöfteren benutzten mehrstimmigen Vocals kommen hier richtig gut zur Geltung. Killer Song.
Danach gehts weiter wie zuvor, groovige Riffs und hymnische Melodien, wobei "My Name is Legion" wohl der Mitgröhlsong für Konzerte werden wird. Eher im Midtempo angesiedelt, grooved es hier in allerbester AMON AMARTH Manier, bevor es mit "Vomiting Ancient Blood" wieder ordentlich auf die Fresse gibt. Wenn "Pain is the Cleanser" der Rausschmeisser wäre, wäre dieses Album eine wirklich runde Sache, nochmal richtig auf die Mütze und dann aus. Neun Songs sind ja okay.
Aber nein, UNDIVINE wollen ihre Hörer foltern, und zwar richtig. Leider trifft diese Kritik nun den Titelsong, aber der geht mal wirklich gar nicht. Also, von der Mucke an sich ist es schon okay, wäre da nur nicht dieses Lungenmaschinengefiepse, das einem gleich zu Beginn die Lust nimmt, aber erstmal auch wieder aufhört, und dann gegen Ende in eine Art Beschwörung, die auch recht gut gelungen ist, zurückzukehren. Sind zwar nur rund 30 Sekunden, aber die gehen einem so dermassen auf den Zwirn.... Gut, lassen wir das, dafür gibts ja Stoptasten.
Alles in Allem ist aber eine deutliche Steigerung zu verzeichnen, deren Ansätze schon auf "A Deceitful Calm" zu hören waren. UNDIVINE haben ihre Stärken sehr schön rausgearbeitet, und auch der Sound ist deutlich besser. Einziger Kritikpunkt bleiben die oft hörbar getriggerten Drums, obwohl der Drummer das glaube ich nicht unbedingt nötig hätte. Wer also das Debüt schon mochte, darf bedenkenlos zugreifen, und Fans groovigen Schweden (Black) Deaths sollten durchaus mal ein Ohr riskieren.
UNDIVINE - A Deceitful Calm
(Rezension)
Autor:
Velvet
Bewertung:
8,5 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Northern Silence
Band-Webseite:
www.undivine.se
Release:
04.09.2009
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Artikel eingestellt:
16.12.2009
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