Thrashmetal? Nun, der Gesang ist eindeutig Deathmetal, wie er dereinst bei POSSESSED, PESTILENCE und DEATH zwischen 1985 und 1988 vorkam. Die Musik tut ihr übriges dazu. Thrash und Deathmetal waren damals ja noch eher eine Linie, wobei Thrash etwas peitschender, Deathmetal infernalischerer und düsterer war. Dann würd ich das hier als Deathmetal bezeichnen.
Es ist die zweite Scheibe der süddeutschen HELLISH CROSSFIRE, die sich nach dem klassischen IRON ANGEL Album benannt, ihren Stil jedoch von Amis adaptiert haben. Straight donnert und explodiert das Album voran, die Strukturen sind eingängig, die Riffs griffig, die Refrains haben Schmiss, es ist Deathmetal mit Songs, die auch als solche zu erkennen sind. Nur eben nicht mehr so richtig originell, weil dieser Stil eben über zwanzig Jahre alt ist.
Egal, HELLISH CROSSFIRE verstehen sich auf rasanteste Abgehpassagen, tosende Brücken zwischen den einzelnen Songabschnitten, spielerisch trotz Höllentempos sehr exakt umgesetzt, vom Klang her ein wenig verhallt und schepperig, wie bei den Produktionen der deftigsten Acts zwischen 85 und 88. Es finden sich vereinzelte Heavy Metal Passagen, die auf die Wurzeln der Band hinweisen. Hier geht es nicht allein darum extrem zu sein, hier wird Metal gespielt. Bestes Bangerfutter für die auf guten, nachvollziehbar arrangierten Krawall gebürsteten Kuttenträger also.
Gnade, Kompromisse und Zugeständnisse an aktuelle Mainstreamkrachtendenzen gibt es nicht. Melodicdeathcorespacken werden von den bissigen Gitarrenattacken in kleinste Stücke zerfetzt. Das hier ist die wahre Macht des Deathmetals. Wer auf POSSESSED, früheste MASSACRE, DEATH, PESTILENCE und ganz alte KREATOR und ONSLAUGHT steht, der sollte nicht zögern, sich dieses spassige Album zu greifen. Packend gespielt, mit viel Leidenschaft inszeniert ist „Bloodrust scythe“ genau die richtige Dröhnung. Zur Hölle mit dem ganzen Groovethrash, Metalcore und Deathcore!
HELLISH CROSSFIRE - In his own words...
(Interview)
Autor:
SirLordDoom
Bewertung:
8,5 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
I Hate Records
Release:
11.01.2010
Leserwertung:
8.8 Punkte / 2 Stimmen
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793 x
Artikel eingestellt:
14.01.2010
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