metal-district.de presents: Not Dead Yet - Fest 5

OBLIVIOUS - Goons and masters

OBLIVIOUS - Goons and masters

Stonerrock ist eigentlich gar nicht so meine Sache, da ich die ursprünglichen 70er Bands bevorzuge, aber OBLIVIOUS aus Schweden haben mir da echt den Schneid abgekauft mit ihren zwar völlig retrohardrockigen Songs nebst ein paar hypnotisch spacigen Stonerrockeinflüssen, die allerdings sehr viel Melodie mit sich bringen, sehr intensive, leidenschaftliche Melodien wohlgemerkt.

Das flotte "Throne" ist ein Ohrwurm sondergleichen, das groovige "Master of time" durchdringt Dich wie eine Flutwelle göttlichen Lichts. Das nenne ich mal inspiriert. Ansonsten gibt es wuchtig erdige Killerriffs, immer gut und zackig gespielt, mal eher wogend, dann in den schnelleren Momenten schön kraftvoll und aggressiv, dem klassischen Hardrock stets näher als modernen Trends. Bluesrock und Southernrock spielen mit hinein. Im Grunde ist das hier typische Amimucke, aber gut, die Schweden retrorocken momentan echt höllenheiß.

Was mir auffällt, sind die mehrstimmigen Refrains, die hier und da auftauchen, immer dezent, aber durchaus vernehmbar. Der Leadgesang ist mittelhoch und angeraut, ein typischer Bluesrock / Southernrock Crooner, der nicht ganz so aus der Masse heraussticht, dennoch aber Feeling mit sich bringt. Nun, Charisma will erarbeitet sein.

Was der Gesang an Eigenständigkeit missen lässt, das ist nicht allzuviel, wird durch die unbändige Power und die packenden Kompositionen rausgeholt. Und wirklich, der Sänger könnte schon vor 40 Jahren bei WARHORSE aus England oder bei den BLACK CAT BONES (aus denen FREE und FOGHAT hervorgingen) das Mikro geschwungen haben.

Die Musik von OBLIVIOUS stellt keine großen Anforderungen an den Hörer, er soll sich in dieser Klangwoge, die ihn umspült und vielleicht sogar fortspült, einfach gehen lassen. Bier auf, runter damit, von den Beats und pumpenden Bassläufen, den peitschenden Riffs und den Harmonien hin und her treiben lassen, bis man vor Erschöpfung, aber komplett zufrieden einfach umfällt.

Das mit psychedelisch heißem Mittelteil ausgestattete "Bring it on me" ist ein weiteres Highlight der Scheibe. Seit 40 Jahren kaum erneuerter Stil, aber soviel Spiritualität und Kraft, dass es Deine Seele einfach abfackelt. Oder "Dead end night", ein orgeliger, zutiefst melancholischer Song, eine halbe Ballade mit eruptiven Parts, der die Stimmung wiederspiegelt, die man nach dem Erwachen aus einem wundervollen Traum und dem ersten verschlafenen Blick auf die tristgraue Realität verspürt, wenn man merkt, dass der Platz im Bett neben einem doch leer und kalt ist. Der geheimnisvolle Hardrock verspielter, übrigens auch sehr wilder Natur, welcher sich dann hieraus entwickelt, kann mit jedem klassischen Hit der 70er locker in Sachen Größe mithalten, auch wenn stilistisch keine Innovationen zu befürchten sind.

OBLIVIOUS schaffen es nicht, wirklich modern zu klingen, haben dafür eine zeitlos herrliche Art, den gebannt lauschenden Zottel vor der Anlage richtig in Wallung zu bringen. Auch wenn sie mit ihren Spacerockeinflüssen zuweilen eben auf diesen Stonerkram einsteuern, sie sind weit davon entfernt, sich elender Plastikmusik zu öffnen. Insgesamt eine wirklich gute, lebendige Hardrockscheibe, die man auch als 70er Fan gerne haben darf.

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Egoboy
02. Throne
03. Red eyed goon
04. Masters of time
05. Kickin' and screamin'
06. Bring it on to me
07. Dead end night
08. Boiling brain
09. Bide your time
10. Blind faith

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Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

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Label:
Transubstans
Release:
06.02.2010

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Artikel eingestellt:
09.02.2010

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