Einen abgefahrenen Sound gibt es von den Kanadiern DEMONTAGE auf ihrem zweiten Album zu hören, ein Mix aus epischem Heavy Metal, knatterndem Speedmetal und ein paar diabolischen Blackmetalelementen der alten 80er Schule. Der rumpelig rohe Klang des Albums lässt zuerst gar nicht erkennen, ob die Scheibe nicht ein englisches oder teutonisches Undergroundprodukt von 1986 ist oder wirklich von einer aktuellen Band stammt.
Toll sind die vielen rasanten, eindringlichen Gitarrenmelodien, die sich wieder und wieder in die ohnehin sehr frei und wild gespielten Songs einschleichen. Der Gesang variiert von heiserem Kreischen und Grollen bishin zu kauzig melodischem Singen, welches schon an BROCAS HELM erinnert. Die derberen Sachen sind auch nicht zu extrem, eher wie bei ROOT, MASTER’S HAMMER, alten ONSLAUGHT oder SABBAT aus Japan. An letztere erinnern mich DEMONTAGE sehr stark. Wobei SABBAT niemals diese abgefahrenen Spacerocksynthesizer im Hintergrund würden laufen lassen, was beim dritten Track, dem Titelsong vorkommt, der ohnehin mit über neun Minuten Spielzeit reichlich Platz für Epik bietet.
Spielen können die Burschen übrigens. Es ist, wie SABBAT oder BROCAS HELM, ein Powertrio und hat somit noch eine Menge Spielraum zur Entfaltung der Songs. DEMONTAGE variieren gerne, sie spielen ihre Songs halt sehr frei. Coole, markante Riffs finden sich zuhauf im Repertoire des Höllentrios. Ihre Musik ist herrlich verrückt, herrlich entfesselt und doch stets METAL bis auf die Knochen.
„Satan of Self (The Warrior) & Seer of Truths (The Conjurer)” könnte man dann tatsächlich als direktes BROCAS HELM Rip Off bezeichnen, aber dazu ist es einfach zu gut gemacht, wenn auch hart am Stil der San Francisco Legende dran. Im Mittelteil wird die metallische Aggression einfach mal komplett rausgedreht und stattdessen eine melancholische Leadgitarre, nur leicht angezerrt auf Orgeluntergrund bemüht. Bass und Schlagzeug setzen irgendwann ein und aus der Melancholie erwächst ein fast progressiv zu nennender verspielter Part. Tolle Läufe und packende Harmonien folgen diesem Song wie der Ripper den Huren im East End 1888. Herrlich mystische Leadgitarren zaubern noch ein erhabenes Solo, dann rumpelt der Song weiter voran.
Ich dachte eigentlich, dass solche Musik nicht mehr gespielt würde, da ja nurmehr übertechnisierte Krawallkombos oder glattgearschbügelter Schlagermetal die Szene bevölkern, aber man wird ja immer mal wieder positiv überrascht.
Autor:
SirLordDoom
Bewertung:
9 von 10 Punkten
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Label:
Shadow Kingdom Records
Release:
25.01.2010
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Artikel eingestellt:
05.04.2010
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