Aus dem Umfeld von ROOT kommt dieses langjährig aktive Bandprojekt von Blackie, ehemals Klampfer von ROOT und kreativer Kopf der Blackmetaller CRUX. Hier wird fröhlich hymnisch rauem Epicmetal gefrönt, welcher schon einmal wie von einer Horde besoffener Wikinger auf modernen Rockinstrumenten zelebriert klingen kann, so beim Opener "Barbarian paganus".
Ansonsten hat der gute Thomas Forsberg aka Quorthon seine Spuren bei CALES hinterlassen. Blackie zaubert einige ähnlich monumentale, kraftvoll dahinwogende Riffs aus dem Ärmel wie der zu früh verschiedene Wegbereiter heutigen Blackmetals.
Herrlich verdreht und doch packend geht der "Varjag" um, was auch immer das sein mag. Die Riffs sind kühl und majestätisch, die Stimmung kämpferisch und die Rhythmik wogt umher.
So bleibt die Scheibe dann auch weiterhin. Die Melodiebögen haben einen sehr heroischen Ausdruck, wobei die Herkunft der Band durchaus eine Rolle spielt. Es ist nicht nordische Kühle, die hier aus den klirrenden Riffs spricht, sondern eine mystische Atmosphäre, wie sie in den tschechischen Wäldern herrscht.
Der Gesang ist hell, rau und ein wenig knurrig, erinnert stark an die Lautäußerungen, welche der noch junge Quorthon bei "Hammerheart" und "Twilight of the gods" von sich gab. Hauptsache roh und aus dem Bauch raus, Feeling steht vor Technik.
Die Musik von CALES brodelt herrlich, tost und kracht oftmals wie die sturmgepeitschten Wellen weit draußen auf dem Meer. Technisch setzen die Tschechen ihre Ideen sehr gekonnt um, da sitzt jede Note an der für sie vorgesehenen Stelle. Der Sound ist klirrend, laut und ruppig, aber genauso gehört epischer Metal doch, das gibt der lebendigen Musik noch zusätzlich ihren barbarischen Ausdruck.
Immer wieder dringen da grandiose Melodien von folkiger Natur durch, sogar unverzerrte, akustisch rockende Passagen baut man ein, schaukelt die Emotionen in sich selbst wie im Zuhörer bis über den Rand hinaus. Eine Gefühlseruption, die im hohen Wiedererkennungswert der Songs gipfelt. Sie sind ihrer Schwesterband ROOT damit sehr dicht auf den Fersen.
CALES entfachen ein wild loderndes Feuer im Hörer, lassen seine Leidenschaft kochen. Selbst die entspannteren Momente sind hier äußerst faszinierend. Das neue Album ist ein sehr wuchtiges, aber lebensfrohes Folkmetaltänzchen geworden, jedoch weniger als Partyscheibe zu sehen, denn vielmehr zum aufrecht intensiven Lauschen gemacht. Dann aber wird der furiose Geist der Tschechen auf einen übergehen und den Hörer mit sich reißen.
Das schleppende "Legacy of honour" fällt ein wenig aus dem Rahmen, obschon auch hier in den knalligeren Momenten diese erhebenden, lebendigen Melodien die Sinne anheizen und zuweilen Passagen auftreten, welche an Trinkerlieder aus irischen Spelunken erinnern, nur eben auf Rock respektive Metal gespielt. Liebenswerte Platte!
Autor:
SirLordDoom
Bewertung:
9 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Metal Breath
Band-Webseite:
cales.mysteria.cz
Release:
02.11.2009
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Gelesen:
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Artikel eingestellt:
02.05.2010
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