ATLANTEAN KODEX - The golden bough

ATLANTEAN KODEX - The golden bough

Wow, das hat gesessen. Nachdem kaum einer noch damit gerechnet hat, bringt Herr Trummer mit seinen Kollegen wohl DAS deutsche Epicmetalalbum der letzten Jahre raus und steht damit as usual allein in Konkurrenz mit seinen eigenen Werken. Und die Burschen schwelgen, sie schwelgen in Dramatik und Pathos, als gäbe es ja kein Morgen mehr, sie bringen große Melodien auf erhaben daherschwebenden Riffs, unterlegt mit aufgewühlten, umherpeitschenden Schlagzeugmustern.

Alles zusammen ergibt das Bild eines Wikingerlangbootes auf dem Weg über das vom Sturm gemarterte Meer direkt ins gelobte Land. Natürlich sind da die besinnlichen Momente immer auf den Fersen der metallischen Wucht, jedoch sparsam dosiert. Majestätischer Epicdoommetal ist die Devise, aber Manuel Trummer wäre ja nicht der eigensinnige Meister der Komposition, wenn er nicht die eine oder andere lockere Passage mit dezentem Arschwacklergroove einbauen würde.

Kann man Doom mit Melodien versehen, die etwas flotter gespielt sogar zu klassischem Hardrock passen würden? Pop Appeal abseits des Mainstreams? Wir sind bei ATLANTEAN KODEX an eine Band geraten, die äußerlich stur den Genredogmen folgt und hinter der wahrhaftigen Fassade dreckelig lachend die Regeln bricht, die Konventionen über den Haufen wirft und einfach ihre Kreativität frei fließen lässt. Das ist ganz großes Doommetalkino, denn wer genau hinlauscht wird einen grandiosen Film in seinem Kopf zu sehen bekommen.

Gefühle sprudeln nur so aus dieser Musik, gleich dem Öl aus dem verunfallten Bohrloch im Golf von Mexiko einige Monate zuvor. Dabei achten ATLANTEAN KODEX auf die Traditionen des Genres, welche sie behutsam pflegen und in jeder Note hochhalten.

Sänger Markus Becker ist zum Glück nach wie vor mit von der Partie und hat eben genau die Stimme für diese Songs, hell, voller Leidenschaft, Melancholie und einer positiven Wut, einer Entschlossenheit, die im Metalgenre selten geworden ist.

Es mag viele melodisch epische Doombands geben, es mag viele Bands geben, die auf den Spuren von großen 80er Acts wie BATHORY oder MANOWAR wandeln, doch nur wenige schaffen es, aus den Lehren der Altvorderen ihre eigenen Schlüsse zu ziehen und die gesteckten Grenzen zu erweitern. Das waren bisher SOLSTICE aus England, das sind nun auch ATLANTEAN KODEX. Alle anderen sind nur Kopisten oder Ungläubige.

Natürlich sind auch ATLANTEAN KODEX nur Menschen und kochen mit Wasser, aber die Gewürze, welche sie hier in die Suppe schippen, die machen den besonderen Reiz dieses Albums aus. Die Messlatte liegt, auch für die Band selbst, verdammt hoch.

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Fountain of Nepenthe (Journey to the Island of the Blessed)
02. Pilgrim (Through the Ruins of Europa)
03. The White Goddess (A Grammar of Poetic Myth)
04. Temple of Katholic Magick (Trinity of Steel)
05. Disciples of the Iron Crown (From the Grey Twilight)
06. Vesperal Hymn (For a long-gone Friend)
07. The Atlantean Kodex (Commanding the Iron Bataillons)
08. A Prophet in the Forest (Through Years of Longing)
09. The Golden Bough (A Study in Magic and Religion)

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Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
9,5 von 10 Punkten

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Label:
Cruz Del Sur
Release:
04.10.2010

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Artikel eingestellt:
13.10.2010

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