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TOUCH THE SPIDER - Tales of woe

TOUCH THE SPIDER - Tales of woe

Der Düsterrock, der echte, fiese Sound, er lebt weiterhin fort, nur nicht mehr in England, sondern irgendwo in der Abgeschiedenheit süddeutscher Tannenwälder. Es ist das dritte Album der Formation TOUCH THE SPIDER und es lebt diesen wundervollen Gruftrockspirit, es entwickelt ihn genau so weit voran, dass man merkt, hier nicht noch beim Vorgängeralbum zu hängen.

Ansonsten sind minimalistische, sehr düstere Riffs, das eine oder andere eindringliche Stück Melodie, hypnotische Bassläufe, die an Monotonie kaum zu überbieten sind und eine Stimmung wie beim Einzug eines geliebten Menschen auf dem Schindacker im späten November bei verregnetem Wetter die beliebten Stilmittel der Schwarzwälder.

Die entstandenen Stücke brennen sich herrlich in die Seele ein und kratzen dort die alten Wunden wieder auf, wenn man sie denn lässt. Auf der Website wird die Musik der Band grob als Jam zwischen JOY DIVISION und BLACK SABBATH beschrieben, was hervorragend passt. Man will sich erst im Ozzy Stil das Gekrösel zuschütten, bis das Hirn tatsächlich aussetzt und selbst der Notarzt sich weigert, die Sauerei wiederzubeleben und danach ganz nach Ian Curtis mit dem Strick am Dachbalken dem unwerten Leben ein frühes Ende setzen.

Die Songs sind derartig dunkel, abartig düster, krank und bösartig, dass selbst die meisten, eigentlich sogar fast alle Blackmetalarmleuchter wie Zeltfesttanzkapellen nach dem zwölften "Cocktail" (entweder Korn mit Fanta oder Fanta mit Korn, mörderisches Zeug) wirken. Die Gegend im Schwarzwald scheint ein gar lebensfeindlicher Ort zu sein.

TOUCH THE SPIDER könnten vom spielerischen Potential sicher mehr sagen, aber sie gehören zur wortkargen Fraktion. Ein bis zwei Riffs pro Song reichen aus, brodelnde Leadgitarren, die gar kein richtiges Solo, sondern eher eine Klangfläche bilden, weggedrifteter Gesang auf einer Tonlage, welche uns Verlorenheit verheisst. Vielleicht ist der Doom / 80s Gothic Mix "Burn me" mit seinem an rituelle Stammestänze, der grollend kehligen Stimme, dem verhallten Sound und der ebenso hymnischen wie dementen Leadgitarrenmelodie noch das Highlight an Derbheit auf dem Album. Fakt ist, dass hier der 1979 / 1980 in voller Blüte stehende Postpunk und Deathwave Sound auf eine wunderschöne Weise zu originaler Größe zurückgeführt wird. BAUHAUS, JOY DIVISION und diverse alte Bands des Genres hätten es nicht besser gekonnt. Hier schälen sich die Hits nur so heraus, wenn man das Album erst einmal öfter gehört hat. Grandios.

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Tale of woe
02. Bloodshed
03. It's coming...alive
04. Sniper
05. Weight of the world
06. Death is my destiny
07. Blood and stone
08. A last goodbye
09. No room in hell
10. Burn me
11. My weeping willow
12. Countless eyes

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Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
10 von 10 Punkten

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Label:
Where Are You From Records
Release:
26.03.2010

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Artikel eingestellt:
03.01.2011

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