Sphärisch, progressiv, interessant – es gibt viele Wege um die Musik der spanischen Band NAHEMAH zu bezeichnen. Eins ist auf jeden Fall schon mal klar: Mit der früheren Black-Metal-Attitüde der Band hat dieses Werk fast gar nichts mehr am Hut. Im Gegenteil, die vier Jungs aus dem spanischen Alicante scheinen Spaß am Herumtüfteln gefunden zu haben. Gut so!
Die Songs im Einzelnen zu beschreiben, erscheint hier sehr schwer, da in jedem Stück eine Vielzahl an musikalischen Elementen eingebracht wird, die dem Gesamtbild eine ganz individuelle Note verleihen. Der Aufbau der Lieder erinnert ein wenig an OPETH, aber dann auch wieder nicht. Recht einfach gehalten ist der Opener „Much As“, der durch einige Synthi-Einlagen aufgepeppt wird. Genauso sieht es auch im darauf folgenden „Absynthe” aus. Hat man sich aber erstmal durch die erste Hälfte des Liedes geschlagen, entfaltet sich das Werk in seiner vollen Größe, unter anderem mit einer Saxophon-Einlage. „Follow Me” besticht durch ein markantes Gitarrenspiel, mit Tremolo- und Delay-Effekten versetzt. Der abwechselnd melancholische und wütende Gesang von Pablo zeigt sich hier zum ersten Mal als perfekte Symbiose. Hui, ein neuer Hochzeitswalzer – wer noch ein gutes Progressive Metal Stück für seine Vermählung braucht, kann sich gerne von „Reaching The Stars” bedienen. Im Gleichschritt stampft „The Perfect Depth Of The Mermaids” los, bevor es ab der Hälfte in die Tiefen des Meeres herabraucht, um die Weiten des Ozeans zu erforschen und sich am Ende zu einem tosenden Orkan zu verwandeln. Ruhiger geht’s bei dem Instrumentalstück „Air“ zur Sache – einfach mal Zeit nehmen, um die gewonnenen Eindrücke bereits ein wenig zu verarbeiten. In „Under The Morning Rays“ sieht man den Morgentau schon förmlich auf den Büschen glitzern und die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen hervorlugen. Erscheint der Song anfangs noch ein wenig schwer, so gewinnt er mehr und mehr an Intensität, bis schließlich die Morgensonne die hässliche schwarze Nacht vertrieben hat – so macht das Aufstehen Spaß. Einen sehr gelungenen Wechsel zwischen atmosphärisch-zerbrechlichem Gesang und kehlig-wütendem Geschreie birgt „The Trip“. Wohin dieser wohl führt? Das wissen wohl nur die eigenen Gedanken, während man diesen Song durch die Gehörgänge rieseln lässt. Anschließend lässt das Weltall grüßen – jedenfalls erinnern die Keyboardklänge von „Smoke’s Men“ ein wenig an die Geräusche während einer Dokumentation über das Sonnensystem. „Outer“ entlässt uns ruhig und entspannt aus einer Hörreise fernab jeglichem Alltagsfrust. Ja, die Platte hat gewirkt – besser als jedes autogene Training im Fitnesscenter.
„Soweit, sogut“ – letzteres trifft für „A New Constellation“ auf jeden Fall zu. Ein kleiner Kritikpunkt am Ende: Manchmal werden einige Elemente einfach zu oft hintereinander wiederholt, so dass der ein oder andere Song einfach zu lang gezogen erscheint. Aber ich schätze dafür werden die experimentierfreudigen Spanier auch bald eine neue Lösung gefunden haben.
NAHEMAH - The Second Philosophy
(Rezension)
NAHEMAH - Interview
(Interview)
Autor:
ehemaliger Mitarbeiter
Bewertung:
8,5 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Lifeforce Records
Band-Webseite:
www.nahemahband.com/
Release:
22.05.2009
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Artikel eingestellt:
26.02.2011
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