Der einleitende Titelsong ist ein melancholisches Instrumental mit folkigem Einschlag, gespielt auf einem Cello, begleitet, weiter im Hintergrund mit etwas Rhythmus versehen. Man kann noch nicht so genau erkennen, was einen da in der kommenden halben Stunde beglücken soll.
Spätestens mit "Schatten der Sehnsucht" ist es aber klar, das eröffnende Riff schrabt und schraddelt, die polternden Drums jagen in Höchstgeschwindigkeit umher, Nicht ständig zwar, aber doch, das hier ist eindeutig Blackmetal der ruppigen, alten Schule.
Die Produktion ist selten schräg, dumpf, mit einem Drumsound, der merkwürdig nach Maschine klingt, aber einem Spiel, welches zuweilen durchaus lebendig, holprig wirkt. Der Gesang ist natürlich typisches helles Gekreische, irgendwo zwischen frühem IMMORTAL Abbath und Dani Filth. Die Songs sind typisch für das Genre, lassen aber Eingängigkeit und durch die Verbindung verschiedener Passagen entstandene Abwechslung durchaus zu, selbst wenn die Band musikalisch beim Blackmetal verharrt. Sobald man sich mit dem Klang arrangiert hat, wird man der Entschlossenheit und Leidenschaft gewahr, mit der RABENHOLZ (ich muss da immer an Gesundheitssäfte für Kinder denken, aber das war, glaube ich, Rabenhorst) ihre Stücke hinausprügeln.
Ich kann viele coole Riffs hören, die sich durchaus längerfristig halten. Mich erinnert die Band insgesamt an die alten polnischen NORTH, das war Mitte der 90er, kennen dürften die wohl nur noch Insider. Die hatten einen ähnlich ruppigen, aber songorientierten Stil. Auch wenn RABENHOLZ jetzt nicht die Könige der Innovationen sind, sie machen ihr Ding mit sehr viel Hingabe, sind eine dieser rauen Untergrundbands, denen doch eine Menge Musikalität und Inspiration mitgegeben ist.
Ich höre hier ein schön räudiges Gesäge und Gedresche, etwas durch den verwaschenen Klang getrübt. Man kann auch räudig klingen und trotzdem eine ausgewogene und lebendige Produktion haben. Aber das ist okay, das hier ist reinster Underground und wird sicher eine Menge Blackmetalfanatiker mitreißen. Die Texte sind interessant, nicht die üblichen Satansthemen, nicht abartig politisch oder blasphemisch, sondern düster und morbide in der Muttersprache gesungen. Sie sind durch und durch eine Band, die mit etwas mehr Klang durchaus (rein Musikalisch) Projekte wie NARGAROTH wegputzen kann. Gute sieben Punkte, mit klangvollerer Produktion 8.
Autor:
SirLordDoom
Bewertung:
7 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Helheim Productions
Release:
22.10.2010
Leserwertung:
8.7 Punkte / 3 Stimmen
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Gelesen:
987 x
Artikel eingestellt:
10.08.2011
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