Nach ihren beiden von der Kritik durchweg gelobten Alben “Personal Effects Part I + II“ veröffentlichte die Bayreuther Band FREQUENCY DRIFT nach einigen Wechseln in der Besetzung dieser Tage ein neues Werk mit dem Titel „Ghosts“. Die Oberfranken bezeichnen ihre Musik als Cinematic Progressive Rock und tatsächlich habe ich selten eine treffendere Eigenbeschreibung gefunden. Denn das, was den Hörer erwartet hat in der Tat Kinoqualität.
Nach „Crows“, einem kurzen, sehr ruhig-verträumten Intro auf Klavier und Harfe, komplett mit Krähenruf-Effekt, folgt mit „Dreams“ gleich der längste Song des Albums: Nach einem längeren, verspielten Gitarrenpart setzt zunächst ätherischer Gesang ein, bevor das Stück plötzlich anfängt für einen Moment so richtig loszurocken, nur um nach einem kurzen, furiosen Geigenpart wieder in ruhigere Fahrwasser zurückzukehren. Bald jedoch nimmt der Song über die Gitarren wieder Fahrt auf und steigert sich schließlich hin zu einem JETHRO TULL – würdigen, wilden Querflötengewitter, um dann nach einer kurzen Verschnaufpause wiederum von der Violine erneut hochgepeitscht zu werden und schließlich in friedlich-maritimen Soundeffekten auszuklingen.
Dieses Auf und Ab ist in gewisser Weise typisch für die komplette Songstruktur des Albums: Sanfte Balladen entwickeln sich zu harten ProgRock-Nummern („Mermaid“), verträumte Keyboard- Harfen- und Streicherparts wechseln mit beziehungsweise steigern sich hin zu epischen Klangwänden und elegischen Gitarrensoli. Dabei ist unverkennbar, daß Keyboarder Andreas Hack, der Hauptsongschreiber der Band, ein großer PINK FLOYD - Fan zu sein scheint, denn die Einflüsse der Godfathers of Space-Rock springen einem auf „Ghosts“ teilweise förmlich ins Ohr („Dreams“, „Come“).
Neben den ausgefeilten Strukturen und brillanten Arrangements sowie der handwerklichen Perfektion der Instrumentalisten (Sebastian Koch - Gitarre, Christian Hack - Gitarre, Jürgen Rennecke – Bass, Andreas Hack – Keyboards, Martin Fox - Schlagzeug) ist es jedoch vor allem auch die neue Leadsängerin Antje Auer, die „Ghosts“ ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt. Gekonnt wechselt sie zwischen verführerisch-sanftem Gesang und druckvoller Rockröhre und schafft es mit ihrer ausdrucksvollen Stimme und ihrem nuancierten Gesang den Hörer in jedem Moment gefangenzunehmen. So ganz nebenbei zeichnet die Dame übrigens auch noch für die Geigenparts auf dem Album verantwortlich.
Fazit: Hervorragend produzierter, melodiöser Progrock, der sich wunderbar als Soundtrack fürs individuelle Kopfkino eignet – einfach Augen zu und wegträumen!
Autor:
redbeard
Bewertung:
8,5 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Progrock Records
Band-Webseite:
www.frequencydrift.com
Release:
30.09.2011
Leserwertung:
9 Punkte / 1 Stimmen
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Artikel eingestellt:
08.10.2011
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