THE DANSE SOCIETY - Change of skin

THE DANSE SOCIETY - Change of skin

THE DANSE SOCIETY, nein, sagte mir bisher nichts, aber ich bin auch beim 80er Gothicrock aus England nur an der Spitze des Eisberges hängengeblieben, sprich bei den FIELDS OF THE NEPHILIM und BAUHAUS. Gut, das mit THE DANSE SOCIETY war auch für 25 Jahre vorbei, bis, ja bis sie sich zu einer Reunion entschlossen haben, ganz ominöse Sache, in die auch Facebook involviert war. Das vorliegende Album ist nun das Resultat. Eine Sängerin statt des alten Gruftrockflüsterers ist nun mit dabei, eine Frau, die ihre Sache sehr gut macht und der Musik einen schön entrückten Ausdruck verleiht.

Sind sie modern geworden? Sind sie klassisch geblieben? Ja weder noch, irgendwie. Ich kann es nicht genau beschwören, ich kenne ihren alten Kram nicht, nur die STONES Coverversion "2000 lightyears from home". Die ist grandios. Ich weiss nur, dass die Atmosphäre dieser Scheibe unheimlich bedrückend ist, dass mir hier aber auch keinerlei Innovationen unterkommen und doch eine Verrücktheit vorherrscht, die ich mit Bands wie BAUHAUS verbinde.

Der theatralische Gesang wiederum passt zu Bands wie PRESENCE aus Italien, welche klassisch inspirierten, dunklen Rock und Metal spielen, der nicht wenig vom Gothrock und auch vom Prog hat. PRESENCE wiederum veröffentlichen ja recht fleissig auf BLACK WIDOW RECORDS, dem Vertrieb von THE DANSE SOCIETY. Also schließt sich hier der Kreis.

Nun, Referenzen kann ich anbringen, soviele ich will, aber der eigenwillig kauzige Gruftrock mit pompösen Tendenzen, den THE DANSE SOCIETY hier abliefern, ist eine gewaltige Sünde wert. Die Sängerin kann wunderbar mit harmlos wirkenden Pop - und Mainstreamrockmelodien jonglieren, unter denen sich ein wahrer Abyssos auftut. Ein fieses, kreischiges Sägen ist zu hören, das soll wohl die Gitarre sein, ein wirbeliger Bass und furioses Drumming, nicht selten in sehr repetativen Mustern eingebunden. Das sind fesselnde instrumentale Strukturen, die den klassischen Gothicrockstrukturen der verwegeneren Art folgen, also der schräg verspielten BAUHAUS Schiene.

So auch beim ersten Überhit "Slowfire", einer langsamen, dunklen Nummer mit unheimlich betörender Gesangsmelodie und fordernden Rhythmen. Schöne Klargitarren im Gothsound der 80er und tolle verzerrte Leadrasierapparatläufe sind zu hören. Du schwebst regelrecht hinfort. Chapeau, meine Herrschaften, Ihr habt definitiv Euer Wissen wohl verwahrt. Diese Nummer wäre toll auf "In the flat field" oder "Mask" von BAUHAUS und ich würde sie mir gerne mal von Peter Murphy gesungen vorstellen. Wobei, die frau mit dem schrägen Künstlernamen Maethelyiah macht ihre Sache sehr eindringlich und saugt förmlich die Dämonen aus der Hölle hoch.

Spätestens jetzt sind für mich alle Dämme gebrochen, jedwedes Eis geschmolzen, die große Liebe erwacht und das Feuer der Leidenschaft entzündet. Die cool tanzbare Hymne "Fornication", die sich an "Slowfire" anschließt, bestärkt mich in meiner Ansicht, dass THE DANSE SOCIETY hier ein opulentes Comeback gelungen ist.

Immer halten sich die versöhnlichen, harmonischen Momente von großer Popseligkeit die Wage mit den schrillen, schrägen Aspekten des Gothic Undergrounds. Die schönen Gesangslinien werden oft von der Band absichtlich vom Runden ins Eckige getrieben, von warmherziger Harmonie in unterkühlte, abgehobene Bereiche gedrückt. Aber das macht diese Band und ihre Musik aus. Die Wärme und die emotionale Kälte zu verweben. So werden auch klassische Rockmomente und elektronische Musik zusammengebracht. Nicht so linear brachial wie bei RAMMSTEIN zum Beispiel, sondern sehr prachtvoll und bunt, ausgeschmückt mit vielen kleinen Details, schönen Synthesizerflächen, perlenden Pianoläufen, traumhaft balladesken Momenten in alptraumhaftem Bombast gefangen.

Hammermässig ist der Rauswerfer "End of days", der eben jenes perlende Piano und den schönen Gesang in balladesker Sanftmut mit dunklem Grollen synthetischer Herkunft umspielt und urplötzlich in einen mittelschnellen Hardrock ausbricht, bevor eine akustische Gitarre und ein singender Synthie auf lockerer Rhythmik für eine art psychedelisches Folkrockfeeling sorgen. Ein sehr schönes Stück Musik, der ideale Schlusspunkt unter ein durchweg großes Album.

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Revelation
02. Change of skin
03. God cry
04. Black dream
05. Slowfire
06. Fornication
07. Let me sleep
08. Resurrection
09. Embrace of the ice swan
10. Vatican
11. Homelands
12. Sinking
13. End of Days

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Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

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Label:
Eigenproduktion / Black Widow Vertrieb
Band-Webseite:
www.thedansesociety.com
Release:
18.07.2011

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1965 x

Artikel eingestellt:
18.11.2011

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