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BLACK SALVATION - Lunia

BLACK SALVATION - Lunia

Das hier sind die deutschen Psycho-Doomer BLACK SALVATION, nicht die Ami Black Metaller. Ohne sich mit Demos aufzuhalten, starten sie gleich mit einer einstündigen EP, die wohl nur deshalb EP heisst, weil es "nur" vier Songs sind. Irgendwo zwischen BLACK SABBATH, DEEP PURPLE, ELECTRIC WIZARD und ZOROASTER wabern sich die Songs durch eine LSD bunte Psycheledic Landschaft, die nur schwer in Worte zu fassen ist und doch immer schwarz bleibt. Der Titelsong "Lunia" ist ein 13-minütiges Instrumental, das auf Percussionlevel durchaus als monoton (aber nicht langweilig) beschrieben werden muss, aber dafür schrill bunte, wild verhallte Bass- und Gitarrenfarbklumpen von der Decke tropfen lässt, die für Sekunden im Raum zu schweben scheinen, was doch faszinierend ist und den Hörer bei Laune hält, bevor sie in ebenso bunten Rauchfahnen davonziehen.

Nein, ich habe kein LSD genommen. Das muss man auch nicht, die Songs sind Droge genug. Besonders faszinierend wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass die vier Songs roh und ungeschliffen direkt aus dem Proberaum kommen, der wohl, am Klang gemessen, kein winziger Kellerraum ist und wohl auch über eine recht ansehnliche Sammlung an Technik verfügt, vor allem vermutlich jede Menge Mikros, denn auch wenn es live aufgenommen wurde, ist das hier alles andere als Soundbrei, selbst die Drone-Passagen entgleisen nicht jenseits ihrer gewollten Bösartigkeit. Im Gegenteil sind manche Instrumente schön herausgearbeitet, ihre Rohheit steht als Kontrast zum immer verspielt psychedelischen Aspekt, vor allem der Bass, auf dem die Songs geradezu aufbauen, und sich aus dem Hintergrund anschleichende Guitarlines geben den Songs Tiefe und Weite, während sie doch immer um sich selbst kreisen und ihr selbst geschaffenes Universum nicht verlassen.

Das ist wahrlich schwer verdauliche Kost, was die drei da zusammenbrauen. Die Vocals sind reichlich verzweifelt und ziemlich hoffnungslos, und fügen sich damit hervorragend ins düstere Psycho-Doom Bild ein. Am Ende setzen sie dem Ding noch ein chaotisches, ausser Kontrolle zu geraten scheinendes 10 Minuten DEEP PURPLE freejam Krönchen auf, das die aufgeriebenen Nerven zu zerbersten droht. Amateure sind das nicht, sie wissen sehr wohl was sie tun und was sie erreichen wollen und können. Das Ergebnis ist ein reichlich krankes Album voller psychedelisch angereicherter Verzweiflung und Düsternis auf hohem Niveau, das das Doomerherz doch erfreuen sollte. Das Teil ist auf 500 Exemplare limitiert, also nicht zu lange überlegen und zugreifen.

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 01. Inhale Lucifer 11:10
02. Lunia 13:09 (instrumental)
03. Doomed Utopia 14:14
04. Ghosts of Dying Time 21:48

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Zu dieser Rezension:

Autor:
Velvet

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

So bewerten wir...

Weiteres:

Label:
Grave Temple Records / Karge Welten Kunstverlag
Band-Webseite:
www.facebook.com/blacksalv
Release:
11.09.2011

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Gelesen:
752 x

Artikel eingestellt:
15.01.2012

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