XVIVO - Out of the smell of decay

XVIVO - Out of the smell of decay

Der Werdegang der Berliner Band X-Vivo stand, so muss man leider sagen, von Anfang an unter keinem guten Stern. Bereits 2005 gegründet, veröffentlichte das ursprüngliche Quartett Anfang 2006 die erste Demo-EP „Evil One“. Durch den Tod von Bassist Schloddy, der die Band kurz nach dem erfolgreichen Debut-Konzert schwer erschütterte, wurde das Projekt jedoch zunächst wieder auf Eis gelegt.

2007 entschloß man sich einen Neuanfang zu wagen. Zusammen mit einer neuen Bassistin und erstmals einem Drummer begab sich die Band ins Studio, um den ersten wirklichen Longplayer einzuspielen. Die Aufnahmen mußten jedoch wegen schwerer Stimmbandprobleme von Sängerin Anna für längere Zeit unterbrochen werden und es kam zu einer erneuten Umbesetzung am Bass und an den Drums. Im gleichen Jahr wurde dann endlich das Debutalbum „EgoPhobia“ veröffentlicht.

2010 erfolgte, man ahnt es bereits, der nächste große Bruch. Gleich drei Musiker, darunter Sängerin und Gründungsmitglied Anna, verließen die Band wegen persönlicher Differenzen. Man muss dem Rest der Truppe wirklich ein Kompliment machen, dass sie auch diesmal nicht aufsteckten und ein weiteres Mal wie Phoenix aus der Asche wieder auferstanden. Mit Zeus X. Machina (EDEN WEINT IM GRAB, FOOGA) am Schlagzeug sowie Sängerin/Bassistin Alina fand man zwei neue Mitstreiter und begann am neuen Bandkonzept zu feilen.

Dies beinhaltete die Entwicklung eines umfassenden visuellen Konzepts für die Liveshows, zugleich wurde die Instrumentierung durch weitere Keyboards und elektronische Drumpads erweitert. Man entschloss sich, zunächst kein neues Album aufzunehmen, sondern ausgewählte Songs des Debuts in neuem Gewand zu veröffentlichen. Die Remix-EP mit dem passenden Titel „Out of the smell of decay” liegt nun vor, und ich muss sagen, es lässt sich recht gut hören. Die Band ist ihrem bisherigen Industrial-Alternative Stil treu geblieben, Anklänge an Vorbilder wie die NINE INCH NAILS oder SLIPKNOT sind nach wie vor nicht zu verkennen. Der Schritt in Richtung mehr Elektronik hat dem Ganzen durchaus gut getan und erweitert das Soundspektrum der Band. Der Hörer bekommt einen düsteren Soundteppich kredenzt, der zwischen leise und laut, zwischen Trostlosigkeit und Bedrohung schwankt und sich durchaus als Soundtrack für Endzeit- oder Zombiefilme eignen würde. Der melancholische Gesang von Bassistin Alina bildet einen schönen Gegenpart zu den harten Industrial-Vocals der männlichen Fraktion und verpasst dem ganzen noch eine bittersüße Note in Richtung Gothic. In meinen Augen am stärksten ist die Dame bei den teilweise deutsch gesungenen Lyrics zu „Irrtümer“ - für mich auch insgesamt der stärkste Song auf der Scheibe.

Fazit: Ein bißchen Luft nach oben haben die Berliner noch, aber insgesamt sind sie auf einem sehr guten Weg. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band nun endlich von weiteren Schicksalsschlägen verschont bleibt und die fünf es schaffen, die Energie der Remixe auch in einem neuen Album mit frischem Material so umzusetzen. Nach dem Hören dieser EP bin ich jedenfalls sehr neugierig darauf.

Anspieltipps: Irrtümer (The End Remix), Egophobia (Dirty Veins Remix)

XVIVO

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 1. Reflection (Digital Pain RMX)
2. Last Drop (Forsaken RMX)
3. Egophobia (Dirty Veins RMX)
4. Daymares (Beyond the Lethargy RMX)
5. Realität (Dualism RMX)
6. Irrtümer (The End RMX)

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Zu dieser Rezension:

Autor:
redbeard

Bewertung:
7,5 von 10 Punkten

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Label:
recordJet / new music distribution
Band-Webseite:
www.x-vivo.de
Release:
25.01.2013

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Gelesen:
1732 x

Artikel eingestellt:
27.01.2013

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