CD rein und noch mal überprüft, ob es auch die richtige Scheibe ist. Doch nein, UNCHALLENGED HATE klingen tatsächlich beinahe wie NAPALM DEATH. Ok, es steht auch Grindcore auf dem Beipackzettel und wenn man richtigen Grindcore spielen will, klingt man zwangsläufig immer etwas nach NAPALM DEATH. Die Ruhrpotter allerdings als Kopisten zu bezeichnen, wäre unrecht. Hin und wieder schleicht sich nämlich auch bei dieser über zehn Jahre erfahrenen Band der Death Metal ein. Dies verleiht den Kompositionen Frische und dem Hörer die Ausdauer, es mit den 12 Songs aufzunehmen, die keineswegs als plumpe 2-Minuten-Shots in der Versenkung verschwinden.
Man versucht gute Songs zu schreiben und das hebt diese Band aus dem Wust der Krawallmacher heraus, denn meistens kann man eine Scheibe einer ungesignten Band dieses Genres kaum bis zum Ende hören. Zu oft wiederholen sich Themen, zu untalentiert sind die Instrumentalisten. Die Jungs von UNCHALLENGED HATE haben ihre Zeit im Proberaum jedenfalls nicht zum Bierdosen stapeln oder Games zocken genutzt. Zumindest nicht ausschließlich…
Man beherrscht seine Instrumente und zeigt dies auch. Vor allem die Saitenhexer, sei es nun auf den dünnen oder dicken, verleihen den Liedern die spezielle Note, die sich aus den erwähnten Briten ohne einziges Gründungsmitglied, alten CARCASS, TERRORIZER, CANNIBAL CORPSE und DYING FETUS zusammensetzt. Für Krachfetischisten also alles vorhanden, was Laune macht.
Manch einer steht vielleicht mehr auf technische Spielereien an den Drums, die gekonnt ohne Gnade gedroschen werden, doch nicht zu frickelig wirken und so den Songs mehr Luft zum Atmen geben. Manche einer wünscht sich auch mehr Abwechslung am Gesang, doch auch das offensichtliche Vorbild Barney glänzt bekanntlich nicht mit einem breiten Spektrum. Mir gefällt es jedenfalls. Vielleicht auch weil der Mann nicht überflüssig herumschreit, sondern überlegt den Hörer anbellt.
Live werden die Essener jedenfalls ihre Schwierigkeiten haben, mit nur einer Gitarre die Sachen umzusetzen, die sie auf „The Art Of Method“ in einem ordentlichen Sound dem Fan anbieten.
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