KLAMM, der Bandname spricht mir ja aus der Seele, bin ich auch meistens, finanziell gesehen. Ebenso entspricht ihre Musik meinen Stimmungen in solchen Momenten. Spaß beiseite, denn was diese jungen Herrschaften hier auf dem sogenannten "Demo" abliefern, welches fast vierzig Minuten Spielzeit aufweist und eine gepresste CD ist, sollte eigentlich weitreichend Gehör finden in Kreisen der Pagan / Folk / Viking Black Metal Fans.
Sie wissen, wie in den über zehnminütigen "Ferne Lüfte" und "Fernweh" hervorragend demonstriert, erstklassige Longtracks zu schreiben, die eben nicht nach wenigen Minuten irgendwo im Nichts enden oder den Hörer bis zum Ende des Stückes haben sanft entschlafen lassen. Sie verstehen sich auf dunkle Melodien, die Dich anregen, aufwühlen und deren Magie Deine Sinne berauscht. Ihr Spiel ist bereits sehr solide, ein paar Jahre zocken sie auch schon. Klanglich sind sie etwas ruppiger, was jedoch dem Gesamtbild gut bekommt.
Ihre Melodien sind so klasse, sie schwelgen geradezu in Melancholie, ersäufen den Hörer in tiefsten Gefühlen, ohne aber überladen mit Pathos zu sein. Sie haben ihre Wurzeln in der alten deutschen Folklore, wobei die klassische Metalinstrumentierung nicht aufgestockt wird. Oft bauen sie ihre Stücke langsam auf, fangen mit akustischen Gitarren und eher flüsterndem Gesang an, steigern sich dann, werden intensiver, ruppiger, zorniger. Der Gesang ändert sich zu heiserem Grollen, welches aber nicht gezwungen scheint, sondern ganz natürlich aus der Kehle des Frontmannes entfleucht.
KLAMM nehmen auch mal die Intensität zurück, sie wissen, wie man Stimmungen variiert, wie man Spannung erzeugt. Wie ich sagte, gerade die beiden Zehnminüter sind mit allen Wassern gewaschen und wirken erhaben, besitzen Hymnencharakter. "Fernweh" hat eine sehr feierliche, gar hypnotische Atmosphäre. Man kann sich richtiggehend fallen lassen, in den Melodienwogen versinken. Man ertrinkt lustvoll in den Tiefen der Musik und wird emporgehoben auf eine neue Gefühlsebene. Im Grunde ganz großes Kino, wenn sie nur nie von den großen Labels, die bald an die Proberaumtür klopfen dürften, verführt werden, den Verlockungen der digitalen Totproduktion zu erliegen, um dem tumben Mainstream zu befriedigen.
Autor:
SirLordDoom
Bewertung:
9 von 10 Punkten
Weiteres:
Band-Webseite:
http://www.klamm-band.de
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Artikel eingestellt:
25.02.2009
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