OMDULÖ - Waldgeboren

OMDULÖ - Waldgeboren

OMDULÖ – Ein etwas seltsamer Name, dem man jedoch möglicherweise in nächster Zeit in der Paganfolk- und Mittelaltermusikszene öfter begegnen wird . Das junge Quintett aus Thüringen legt mit „Waldgeboren“ eine Demo-EP vor, die aufhorchen lässt. Musikalisch lassen sich die Altenburger wohl am besten irgendwo zwischen den IRRLICHTERN, WOLFENMOND, OMNIA und FAUN einordnen.

Obwohl der erste Track „Béaloideas“ (heißt etwa soviel wie „Folklore“, „mündliche Überlieferung“) nicht nur dem Namen nach keltisch beeinflusst daherkommt, verbreitet er durch die Instrumentierung (neben Flöte und Bodhran auch Drehleier und allerlei schepperndes Schlagwerk) auch zünftiges Mittelaltermarktfeeling. Beim zweiten Stück, dass ebenfalls einen irisch-gälischen Titel („Earrach“ = Frühling) trägt, handelt es sich um eine wunderschön schwermütige Ballade mit deutschem Text, bei der Flötistin Susi auch für den Gesangspart verantwortlich zeichnet. Die Dame kann sich durchaus auch stimmlich hören lassen! Beim folgenden „Derwischtanz“ ist dann erneut der Name Programm, hier sind deutlich arabische Anklänge zu hören. Das Stück erinnert mich ein wenig an OMNIAs „Dil Gaya“ - vielleicht nicht ganz zufällig, zählt die Band die holländischen Paganfolker doch zu ihren Vorbildern. Anklänge an die Niederländer finden sich auch beim anschließenden „Herbstgeflüster“, wofür in erster Linie das im Hintergrund erklingende Didgeridoo verantwortlich sein dürfte. Beim nächsten Track „Jamahee I“ handelt es sich eigentlich lediglich um ein Hymnus-artiges, kurzes Intro zum folgenden „Jamahee II“, einem fröhlichen, treibenden Stück, das bei mir unweigerlich Bilder von ekstatisch um ein Lagerfeuer tanzenden Gestalten hervorrief.

Das vorletzte Stück „Vive la Vie“, war für mich dann leider der einzige Wermutstropfen an diesem Demo, das mir ansonsten wirklich ausnehmend gut gefallen hat: Der über die musikalisch durchaus schöne Grundlage gesprochene Text wirkt, die Damen und Herren aus Altenburg mögen es mir verzeihen, doch ein wenig wie der schüchterne Schülervortrag von im stillen Kämmerlein verfasster Amateurlyrik...

Beim letzten Stück der EP handelt es sich um den „CaNay & Axeman vs. Omdulö – AGRAmix“ von Track 3 („Derwischtanz“), der hier denn gar nicht mittelalterlich, sondern vielmehr im düsteren Gothic-Elektro-Metal-Gewand daherkommt. Klingt irgendwie wie TANZWUT meets ZEROMANCER, mit einem kleinen Schuss PROJECT PITCHFORK, hat mit dem Rest des Ganzen soundmäßig rein absolut gar nichts zu tun, aber hört sich trotzdem verdammt gut an.

Neben den auf der EP enthaltenen, ausschließlich selbst komponierten Stücken, haben die Thüringer in ihrem Liveprogramm auch jede Menge altbekannte Gassenhauer der LARP- und Mittelaltermarktmusik im Gepäck, so etwa das Fahrtenlied „Roter Mond“, den „Traubentritt“, die „Rabenballade“ oder die „Merseburger Zaubersprüche“. Einen Eindruck von ihrer Interpretation dieser Klassiker kann man sich auf der Myspace-Seite der Band verschaffen, oder noch besser nächstes Wochenende auf dem Festival Mediaval in Selb, wo sie als streunende Marktmusiker das Gelände unsicher machen werden.

Fazit: Ein abwechslungsreiches und gelungenes Demo, das mir, abgesehen von einem Stück vielleicht, beim Anhören wirklich Spaß gemacht hat. Für Freunde mystischer Pagan-Neofolk-Klänge wie für Mittelaltermarktbesucher in meinen Augen durchaus eine vielversprechende Neuentdeckung, da versteig ich mich doch glatt mal zu 9 Punkten…

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 1. Béaloideas
2. Earrach
3. Derwischtanz
4. Herbstgeflüster
5. Jamahee I
6. Jamahee II
7. Vive la Vie
8. Derwischtanz (AGRAmix - CaNay & Axeman vs. Omdulö)

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redbeard

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07.09.2009

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