DESTINATION ANYWHERE - Hier ist Godot

DESTINATION ANYWHERE - Hier ist Godot

DESTINATION ANYWHERE reihen sich mit ihrem Album „Hier ist Godot“ zwischen eine Vielzahl anderer deutschen Punk Rock-Bands ein. Ihre Besonderheit: Blechblasinstrumente. Angereichert mit Trompete und Saxofon bekommt der Sound der 2006 in Siegen gegründeten Band eine frische, eigene Note.

Dass „Hier ist Godot“ bereits das dritte Studioalbum der Band ist verwundert beim Hören etwas, ist die Scheibe doch an vielen Stellen noch recht unausgegoren, auch wenn die Ansätze durchaus vielversprechend sind. Tatsächlich gaben DESTINATION ANYWHERE bereits 2008 mit „Sobstuff, Tales & Anthems“ ihr Debüt, auf der Bandhomepage ist das Album inzwischen als Gratisdownload erhältlich. 2009 folgte die EP „You won't bring me down“ und im nächsten Jahr „Party, Love & Tragedy“.

Der Opener mit dem Bandwurmtitel „Wenn Du in Castrop-Rauxel nicht glücklich wirst, dann liegt das nicht unbedingt an Castrop-Rauxel“ legt gleich ein flottes Tempo vor, das für das komplette Album maßgeblich ist. Die Uptempo-Stücke dominieren, sind jedoch für Punk einen Tick zu brav. Die Texte, die zum ersten Mal komplett auf Deutsch sind, sind durchweg nah am Leben gehalten. Mal thematisch relativ seicht wie beim „Sommerkleid“ wird es an anderer Stelle durchaus etwas philosophischer. Oft haben die Songs clevere Grundideen, die allerdings meist nicht ganz ausgearbeitet wirken. Besonders auffällig wird das bei „Facebook“, dem mit gerade einmal 1:10 Minuten die eigentliche Quintessenz fehlt. Hätte man hier die Pointe noch etwas geschärft wäre der Song wohl ein Kandidat für die Anspieltipps gewesen. Am besten gelungen sind Text und Umsetzung bei „Pirat“, der nicht „so ein[...] zottelige[r] Computernerd“, sondern „ein richtiger Freibeuter mit Schiff, Rum und Tripper“ ist.

Mit viel Selbstbewusstsein präsentieren DESTINATION ANYWHERE ihre 13 Songs, die meist vorwärts treibende und relativ simpel gestrickt sind. „Alles wird wie früher sein“ verbreitet gute Laune, beim „Kegelclub“ kommen die Blasinstrumente schön raus, das gesprochene Ende des Stückes ist allerdings wenig überzeugend. Überhaupt gestaltet sich „Hier ist Godot“ gesanglich nicht sonderlich herausragend. Der Sänger klingt noch sehr jung und seine Stimme ist relativ wenig variabel. Im „Kompaktseminar“ wird der gehörige Skaeinfluss der Band besonders gut sichtbar, der das Klangbild insgesamt stark prägt. „Alles was schön ist muss vorbei gehen“ ist balladesker, während der stampfende Rhythmus des „Abstellgleis“ zum mitwippen einlädt. Das Album wird durch die erste Singleauskopplung „Warten auf Godot“ abgerundet, die bereits ab dem 15.02. erhältlich ist. Zu dem Song wurde auch bereits ein Videoclip veröffentlicht und gerade der Refrain bleibt schnell im Ohr hängen.

Den unbetitelten 14ten Track hätte man sich getrost schenken können. Vorpubertärer Humor und sehr schräge a capella-Songausschnitte werten den Rest des Albums, der ohnehin teils an eine (professionell produzierte) Schülerband erinnert, nicht unbedingt auf. Immerhin das Cover ist sehr gelungen und das Album kann sich über sehr professionelle Aufmachung freuen.

Anspieltipps:
Molekularbiologie
Alles wird wie früher sein
Pirat

Lineup:
David Conrad - Gesang
Tim Klein - Gitarre
André Rüddigkeit - Bass
Peter Stock - Drums
Philipp Schopp - Trompete
Christian Jüngst - Sax
Christoph Zimmermann - Sax

Bandhomepage: http://www.destinationanywhere.de/
Veröffentlichung: 01.03.2013

Livetermine:
02.03. Releaseparty VORTEX, Siegen Weidenau
09.03. JUZ Goslar
21.03. Abifeten betzdorf
06.04. Rock Nacht, Westerburg
29.06. fonsstock festival nordenham

Bei Amazon suchen! Bei blackscaped.de suchen! 1. Wenn Du in Castrop-Rauxel nicht glücklich wirst, dann liegt das nicht unbedingt an Castrop-Rauxel
2. Sommerkleid
3. Am Ende ist doch niemand gern allein
4. Molekularbiologie
5. Warum denn nicht, wir sind doch jung
6. Alles wird wie früher sein
7. Kegelklub
8. Kompaktseminar
9. Alles was schön ist muss vorbei gehen
10. Facebook
11. Abstellgleis
12. Pirat
13. Warten auf Godot
14. -

Bookmark:

Bookmarke bei: Mr. Wong Bookmarke bei: Webnews Bookmarke bei: Icio Bookmarke bei: Oneview Bookmarke bei: Yigg Bookmarke bei: Linkarena Bookmarke bei: Digg Bookmarke bei: Del.icoi.us Bookmarke bei: Reddit Bookmarke bei: Simpy Bookmarke bei: StumbleUpon Bookmarke bei: Slashdot Bookmarke bei: Furl Bookmarke bei: Yahoo Bookmarke bei: Blogmarks Bookmarke bei: Diigo Bookmarke bei: Technorati Bookmarke bei: Newsvine Bookmarke bei: Ma.Gnolia Bookmarke bei: Smarking Bookmarke bei: Netvouz Bookmarke bei: Folkd Bookmarke bei: Spurl Bookmarke bei: Google Bookmarke bei: Blinklist Information

Zu dieser Rezension:

Autor:
Kolyma

Bewertung:
6,5 von 10 Punkten

So bewerten wir...

Weiteres:

Druckversion

RSS-Feed

Leserwertung:
noch keine Wertung

Eigene Wertung abgeben:
abstimmen

Gelesen:
2529 x

Artikel eingestellt:
12.02.2013

Kolymas Top5 Playlist

1. One Republic - Native
2. Nachtgeschrei - Aus schwärzester Nacht
3. Letzte Instanz - Brachialromantik
4. Saltatio Mortis - Aus der Asche
5. Hugh Laurie - Didn't it Rain

Lesenswertes

DELIRIUM TREMENS spacer BLACK MOTH - Condemned to Hope spacer Lost Moon - Tales from the sun spacer METAL DISTRICT TV

Anzeige

Current users online: 158 | Metal District at MySpace | RSS-Feed | Mobile | Haftungsausschluss | Copyright © 1999-2017 metal-district.de - Alle Rechte vorbehalten