CDs sind flach. Dies ist eine unbestreitbare Tatsache. Dass Hardcore (die Musik, nicht die Filme ihr Ferkel) eine auf ihre Basis reduzierte Spielart im Hartwurst Sektor ist, dürfte auch niemand ernsthaft anzweifeln. Muss deshalb zwangsweise, wenn das eine zum anderen kommt, auch flach rüberkommen? Gerade wenn das Kind Metalcore heißt?
Nein, muss es nicht, tut es aber mitunter immer öfter. Da machen auch die wackeren Burschen von SEPCYS leider keine Ausnahme.
Mit „Evolution Of Fake“ warf man dieser Tage den ersten Longplayer in Eigenregie auf den Markt und hofft nun selbst auf den großen Wurf. Der wird meiner bescheidenen Meinung nach aber erstmal auf sich warten lassen. Zwar wurden die zwölf Songs soundtechnisch durchweg knackig in Szene gesetzt, aber musikalisch hinkt man doch arg weit hinter her. Das aber nicht mal in Bezug auf die handwerklichen Fähigkeiten. Die sind durchaus im grünen Bereich. Im Songwriting liegt der Hund begraben.
Ich habe schon lange, sehr lange nicht mehr soviel Plattheiten, textliche Plattitüden und perfide Anbiederungen an die viel gepriesene Moshkompatibilität gehört wie hier. Jede Sekunde drängt sich dermaßen penetrant ein Moshpart oder ein Groove auf, dass man hier schon fast von einer Vergewaltigung zum Hüpfen sprechen könnte.
Dazu kommt, dass der Gesang (oder das Gebrülle) auch nicht immer sicher auf dem Punkt sitzt.
Einzelne Songs mögen zwischenzeitlich durchaus hörbar sein, über die komplette Distanz geht einem die Scheibe aber nur auf die Nerven, so dass man selbst als Freund von Metal aus der Hüpfburg irgendwann entnervt das Weite sucht.
Für Freunde von Flachnasen wie CALIBAN bedingt zu empfehlen. Alle anderen hören weiter HSB oder GOJIRA.
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