Freunde der gepflegten Thrashattacke aufgepasst - HUMAN PARANOID holen hier mit "Breed Of Cain" zum Vernichtungsschlag aus.
Während die alten Helden von damals oft mehr oder weniger glanzlos versuchen an ihre alten Glanztaten anzuknüpfen, kommt hier eine frische fast unbefleckte, vierköpfige Truppe aus Ostwestfalen Lippe daher und lässt den Putz von den Wänden bröckeln, dass es eine Freude ist zuzuhören. Zugegeben, so frisch sind die Lipper dann doch nicht mehr, existieren HUMAN PARANOID doch schon seit 1999 und haben schon 2 Demos auf dem Buckel, allerdings liegt hier ihre erste reguläre LP mit über 50 Minuten Spielzeit vor.
Und das Ergebnis kann sich mehr als hören lassen: Gleich der Titeltrack geht absolut in die Vollen, schwankt ziwschen Midtempo und Uptempo und erinnert positiv an SODOM's "Tired and Red", "Agent Orange" oder "Hunting Season". Diese Linie wird mit dem politischen "Bedtime for Democracy" weitergeführt, bis mit dem vertonten Gottfried Benn Gedicht "Schöne Jugend" eine wahre Überraschung folgt. Erstaunlich wie gut das passt und wie krank der Text doch ist. Geile Sache! Dieser Track ist auch der einzige, wo der Fuss einmal richtig vom Gaspedal genommen wird und sphärische und groovende Klänge überwiegen. Sonst wird Thrash geboten wie er sein soll und muss: Ob "Destroy!", Thrash til Death" oder auch die restlichen Songs - allesamt richtig geile 80er Jahre Thrashattacken allererster Güte, die Vergleiche mit den Vorbildern KREATOR, SODOM, SLAYER, EXODUS, u.A. nicht zu scheuen brauchen.
Ein weiterer Pluspunkt liegt in der Produktion: Obwohl "Breed Of Cain" im heimischen Proberaum aufgenommen wurde, hört man das zu keiner Minute wirklich raus. Vielmehr ist es so, dass dieser Faktor dem Album eine gewisse Rauheit verleiht die charismatisch und brutal rüberkommt: Die Gitarren sägen, die Drums ballern und der Bass stützt das Ganze. So muss das sein.
Wirklich erstaunlich, dass HUMAN PARANOID noch keinen Plattenvertrag ergattern konnten. Wahrscheinlich sind die Herren bei den meisten Labels vielzusehr damit beschäftigt irgendwelchen auf Trend getrimmten Paradiesvögeln das Geld in die Kehlen zu schieben, als Bands zu unterstützen die einfach gute Musik machen, die halt gerade nicht der neueste Trend ist. Schade!
Ihr solltet diesen Fehler allerdings in keinem Fall machen, sondern umgehend die Homepage der Band besuchen und euch dort für nur 5 € plus 1,50 € porto eure Kopie von "Breed Of Cain" sichern...
Autor:
ehemaliger Mitarbeiter
Bewertung:
9 von 10 Punkten
Weiteres:
Band-Webseite:
http://www.humanparanoid.de
Leserwertung:
9.9 Punkte / 4 Stimmen
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Artikel eingestellt:
22.11.2006
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