Nach dem Demo aus 2004 kommen die Leverkusener mit ihrer ersten Full-Length-CD um die Ecke, die als Eigenproduktion erscheint.
Das „Königreich der Erlösung“, so die Übersetzung des Bandnamens, bietet uns klassischen Heavy Metal in der Schnittmenge zwischen Thrash- und Death Metal, wobei man instrumentell klar im Thrash Metal verwurzelt ist, vor allem was das Riffing und die Gitarrenmelodien betrifft. Nur durch den aggressiven, tiefen Gesang werden Death Metal-Elemente hinzugefügt.
Die Tracks sind recht unterschiedlich ausgefallen. Bereits der Opener „The Flames Of Revenge“ bietet viele Inhalte, die die Band immer wieder aufgreift, wie schöne Gitarrenharmonien, akkustische Einlagen und recht schnelle Parts mit Death Metal-typischen drumming. Der Titeltrack ist ein Midtempo-Song, der von seinen schweren, oft langsamen Riffs und der noch tieferen/kratzigeren Stimme lebt und aus dieser langsamen Geschwindigkeit ein tolles, melodisches Solo gebärt, dass sich in eine Art Tapping-Solo verändert, gerade als man denkt, es wäre vorbei. Die Band hat die 08:16 Minuten, die der Song andauert, wirklich interessant gestaltet.
Bei „Misery Broadcast“ gibt es dann wieder tierisch auf die Zwölf, denn das Stück beginnt ziemlich schnell, es wird jedoch bald das Tempo herausgenommen, was der Brutalität und der Schwere der Riffs zu Gute kommt. Die Geschwindigkeit wird schön variiert, so dass wir es hier mit einem der stärksten Songs auf der CD zu tun haben. „Salvation Denied“ ist vom Songwriting her etwas moderner geraten, doch auch hier dominieren die Gitarren, allerdings stehen diese mir etwas zu sehr im Vordergrund. Die Drums agieren so sehr im Hintergrund, dass kaum Druck aufgebaut werden kann.
„Replacing The Damned“ erinnert mich vom Songwriting her an „Misery Broadcast“, ist insgesamt etwas schneller gespielt, beinhaltet ein hammergeiles Solo und wirkt überraschender und noch weniger vorhersehbar. Das eingängige „Crusader“ ist mit einer Spielzeit von genau 3 Minuten überraschend kurz ausgefallen, kann aber auch ohne Solo überzeugen, da es einfach im Ohr bleibt.
„Exit Human – Enter Machine“ beginnt mit einem Keyboard-Intro, das allerdings schnell vom gewohnten Sound abgelöst wird. Der Track kann gerade zu Beginn mit einem sehr interessanten Drum-Sound aufwarten und fühlt sich in einem eher getragenen Tempo wohl. Das ebenfalls langsame „Betrayal“ beginnt mit Akkustik-Gitarren, ehe man in einen melodischen Part hineingleitet, der aber schnell von aggressiven Riffs abgelöst wird. Ansonsten gehört das Stück sicherlich zu den vertracktesten Songs auf der CD. „Tyrant Of Terror“ ist ein eher gewöhnliches Stück, dass auf der CD nichts Besonderes darstellt, da er im Schatten anderer geiler Songs steht.
„When The Sky Turns Red“ steht dann in der Tradition schnellerer Songs, allerdings dominiert auch hier die Abwechslung, vor allem im gesamten Mittelteil des Tracks. Mit dem getragenen Outro „Chapter XI“ verabschiedet man sich auf recht düsterer Art und Wiese von dem Hörer.
Das Booklet ist ein Musterbeispiel, wie man eine gute Außendarstllung hinbekommt. So sind alle Texte abgedruckt, wofür man viel Platz gelassen hat.
KINGDOM OF SALVATION haben es zweifelsohne geschafft, packende und interessante Songs zu schreiben, die von der langweiligen Masse der Thrash- und Death Metal- Eigenproduktionen abweicht, weil die Tracks den Hörer fesseln und sowohl technisch als auch vom Spielgefühl her top sind. Unbedingt reinhören!
KINGDOM OF SALVATION - Interview
(Interview)
Autor:
ehemaliger Mitarbeiter
Bewertung:
8,5 von 10 Punkten
Weiteres:
Band-Webseite:
http://www.kos-metal.de
Leserwertung:
8.7 Punkte / 7 Stimmen
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Artikel eingestellt:
25.01.2007
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