Die Mannheimer bestehen bereits seit 1994 und waren bislang wirklich sehr aktiv. Die Band begann mit gleich vier Demos, ehe das erste Full-Length-Album „Bargain With The Devil“ erschien. "Witchcraft" ist bereits das vierte vollständige Album.
Im Line-Up hat sich jede Menge getan, so tauschte man gleich vier Leute aus! Zwischen dem letzten Album und der neuen Langrille liegen dabei gerade mal acht Monate, Respekt.
TIME MAGE definieren ihren Stil als Progressive Heavy Metal, doch dem kann ich so nicht zustimmen. Von der Grundausrichtung ist es klassischer Power bzw. Heavy Metal, der für Progressive Metal einfach zu hart ist. Vor allem die Gitarren knallen richtig geil und haben, zusammen mit den wuchtigen, aggressiven Drums, richtig Eier! TIME MAGE sind anders als andere Bands, das sieht man schon an der Bandbesetzung, die mit Eva Beck, Sabrina Kraus und Stefan C. Schenkel gleich drei Sängerinnen/Sänger schon etwas untypisch zusammengesetzt ist. Stefan sorgt dabei erwartungsgemäß für die tieferen Akzente, während sich die Damen den Hauptgesang in den höheren Sphären teilen, wobei die Damen auch tiefer singen können wie bei „Judicium Dei“, wo der Gesang durch die tollen Gesangsmelodien auch symphonisch klingt. Die Gitarrenarbeit ist herausragend, alleine die Soli sind den Kauf der CD schon wert.
TIME MAGE sind alles andere als eingängig, bleiben jedoch immer nachvollziehbar und frickeln sich nicht in einen Selbstdarstellungswahn, wie das bei so manch einer Prog-Band der Fall ist. Die CD transportiert eine unheimlich große Bandbreite, vom Power/Speed Metal-Kracher „She´s Burning“ über das bereits erwähnte, symphonische „Judicium Dei“ über die Ballade „Goddess Of The Moon“ ist hier alles vertreten, selbst ein Instrumental ist in Form des grandiosen „The Summoning“ zu hören. Ebenfalls etwas seichter geht es bei „Lucid Dream“ zu, die opernhafte Stimme bei diesem Track ist eine weitere Komponente, die der Band sehr gut zu Gesicht steht. Was dem Album vielleicht fehlt, sind mehrere härtere Songs wie „She´s Burning“, denn dieser steht auf dem Album doch recht alleine. Zwischendurch gibt es zwar immer mal wieder heavy Elemente wie bei „On The Gallows“ oder „The Summoning“, allerdings würde ich mir davon noch ein wenig mehr wünschen. Ebenso finde ich drei Balladen auf einem Album zuviel des Guten. Das wären dann aber die einzigen Kritikpunkte. Was bleibt, ist eine sehr starke Eigenproduktion, zu der man der Band nur gratulieren kann. Und wenn sie die angesprochenen Punkte ausbessert, wird das nächste Album noch viel stärker!
Für eine Eigenproduktion ist der Sound unglaublich geil geworden und baut viel Druck auf. Das 20-seitige Booklet ist bei einer Underground-Band ja auch nicht selbstverständlich, hier bekommt man wirklich viel für sein Geld. Gerade mal 5 € verlangt die Band für ihr Werk, das ist wirklich sehr fanfreundlich und gehört von Euch unterstützt. Kaufen!
Autor:
ehemaliger Mitarbeiter
Bewertung:
7,5 von 10 Punkten
Weiteres:
Band-Webseite:
http://www.timemage.de
Leserwertung:
7.8 Punkte / 13 Stimmen
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Artikel eingestellt:
01.03.2007
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