Aha, Mannheim kennt nicht nur jammernde, heulende, Jesus anbetende Kiffer, die in Rödelheim ihre ersten Joints verkauft haben, sondern auch den Thrash. Den Beweis hierfür treten HATCHERY an, beziehungsweise demselbigen heftig in den Arsch.
Hört man sich durch die neun Songs von „Birth Of A Bomb“, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, das man 80er Thrash nicht besser in das Jahr 2008 transportieren kann. Die Jungs müssen frühe ANTHRAX und vor allem SACRED REICH zu „Surf Nicaragua“-Zeiten mit der Muttermilch aufgesaugt haben. Und erstaunlicherweise klingt der Kram noch nicht Mal altbacken. Im Gegenteil, alles klingt frisch und inspirierend. Dazu trägt bei, dass der Drummer eben nicht bis zum Erbrechen auf den Uffta’s herumreitet, sondern auch gekonnt groovende Rhythmen einbringt. Und wenn die beiden Gitarristen ihre Killerriffs auch live so druckvoll und tight umsetzen, dann kriegen die Jungs von DEW SCENTED echte Konkurrenz.
Alles könnte so schön sein, wenn ja wenn es dann doch nicht wieder ein Haar in der Suppe geben würde.
Der Gesang nervt. Und zwar von der ersten bis zur letzten Minute. Es ist mir klar, dass viele immer noch das Gekreische von Mille und Schmier als Blaupause nutzen, aber wenn dies so uninspiriert passiert, dann klingt das weder schön noch aggressiv, sondern nur nervig. Man stelle sich vor, Mille würde Helium inhalieren und dann „Extreme Aggression“ blöken und man hat ungefähr eine Vorstellung von Christians Stimme. Es gibt Leute denen gefällt so was, ich finde es grausam.
Somit bleibt eine Scheibe voller saustarker Songs mit miesem Gesang, was die Bewertung auch nicht eben einfach macht.
Mit Augen zu, Gesang wegdenken und viel Goodwill macht das dann gerade so noch 8 Punkte.
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