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Battle Royale

Battle Royale
Japan im dritten Jahrtausend: Die Arbeitslosenquote liegt bei 15 %, Moral und Ethik sind nur noch ein Schatten ihrer Selbst, die japanischen Schulen könnten genauso gut in den Ghettos der New York Bronx stehen. Um das Volk weiterhin mit „Brot und Spiele“ zu paralysieren, denken sich die Machthaber Japans einen neuen Spaß für die ganze Familie aus: Das „Battle-Royale-Gesetz“. Die Grundidee ist ganz einfach: nach einem angeblich streng neutralen Auslosverfahren wird eine neunte Klasse ausgewählt, und mit einer als Klassenfahrt getarnten Entführung auf eine Insel gebracht. Wer jetzt denkt: „Ist doch toll, Ferien auf der Insel...“ sollte noch in Betracht ziehen, das die pubertäre Meute mit Halsbändern ausgestattet wird, die bei Flucht, oder wenn nach spätestens drei Tagen das „Spielziel“ nicht erreicht wurde, explodieren. Die gesamte Schulklasse wird also mit „Ausrüstung“ versorgt, die von Schrottflinte, Pistole, Messer oder je nach „Glück“ der „Teilnehmer“, auch mal aus einem Kochtopfdeckel oder einem lumpigen Fernglas bestehen kann. Die Schüler haben dann besagte drei Tage seit, sich gegenseitig zu massakrieren, und getreu dem „Last-Man-Standing“ darf der einzige Überlebende nach Hause. Verstecken und die Sache aussitzen ist zwar eine gute und naheliegende Idee, aber man bedenke die Halsbänder, und zusätzlich werden mehrmals am Tag „Gefahrenzonen“ bekannt gegeben, die man sich besser auf seiner Landkarte notieren sollte, außer man steht auf geliftete Hälse.

Lehrer Kitano hat es nicht leicht: von der eigenen Tochter gehasst, tanzen ihm die Schüler der siebten Klasse auf der Nase herum. Unendschuldigtes Fernbleiben der ganzen Klasse und Messerstechereien im Schulgang machen einen ordentlichen Unterricht unmöglich. Kitanos Existenz als Lehrer scheitert, seelisch wie moralisch abgetötet übergibt er seine Klasse in die achte Jahrgangsstufe. Doch dank des „streng neutralen“ Auslosverfahren findet sich Kitanos ehemalige Klasse zwei Jahre später im Battle-Royale-Projekt, doch diesmal mit Kitano am Steuer...

Nanahara und sein heimlicher Schwarm Noriko sind guter Dinge: Schließlich gehts auf Klassenfahrt. Das aber die gesamte Klasse mit Gas betäubt wird, auf eine einsame Insel entführt und zu demonstrationszwecken der kritikübende Klassenleiter von Militärs erschossen wird, lässt nichts gutes erahnen. Ein BR-Veteran und ein wahnsinniger Psychopath werden mit in den Kampf geschickt, damit das Spiel ein wenig in Schwung kommt. Flucht ist zwecklos: Die Insel ist vom Militär umstellt, die Halsbänder tun ihr übriges. Während sich ein Teil der Teenies um einen Ausweg aus der ausichtslosen Situation bemüht, nutzen die anderen die Gunst der Stunde um alte Rechnungen zu begleichen. Wer nicht schnell oder gewitzt genug agiert, stirbt.
Hauptaugenmerk des Films liegt ganz klar auf den „Kampfszenen“. Es wird auf kitschigste Weise verblutet und gestorben. Girlies in Schuluniform, ausgerüstet mit Uzis und Messer hechseln sich gegenseitig nieder, während sich der wahnsinnge Outlaw durch alles metzelt was kreucht und fleucht. Wirklich gorige Szenen findet man spärlich, außer Schlitzszenen gibt’s eigentlich nur Schusswunden in Perfektion. Die schauspielerischen Leistungen untescheiden sich von Charakter zu Charakter, während ein Teil den blanken Wahnsinn ziemlich gut verkörpern, kommt der Rest recht unbeholfen daher. Da verblutet ein Mädchen in den Armen ihres Stechers, lässt zum Zeitpunkt ihres Todes den Kopf aber noch mal richtig einsacken, wer erinnert sich nicht an die kultigen Hong-Kong-Martial-Arts? Sogar ein „High-Noon“ zwischen dem Veteranen, der Nanahara und Noriko zur Seite steht, und dem Wahnsinnigen in Mitten von Flammen und Zerstörung erfreut das Trash-Herz, schmunzeln erlaubt.

Ein wesentlich Bestandteil des Films sind dennoch die Personen. Viele zeigen in dieser Extremsituation ihren wahren Charakter, der Klassenstreber wird zum wahnsinnigen Mörder, die Schönheit zum tötenden Biest. Der Hacker bemüht sich mit seinen Kameraden um einen unblutigen Ausweg, während sich eine Mädchen-Kommune im Leuchtturm aufgrund eines „Irrtums“ die Lebenslichter ausbläst. Und Kitano lässt es ich nicht nehmen, Plätzchen futternd die Show zu beobachten. Mit einem Augenzwinkern wird auf die Medien verwiesen, die im „Reality-Show“-Style berichten, was Parallelen zum heutigen Alltag zulässt. Also wer die Augen aufmacht, kann manche sozialkritische Message entdecken, und welcher Lehrer hat sich noch nicht gewünscht, seine Schüler auf die Insel zu schicken? Für manchen Bildungsminister eine konfortable Lösung....

Produktionstechnisch ist der Film schwer in Ordnung, bis auf die Story und die schauspielerischen Leistungen gibts hier wenig „trash“. Die Effekte sind gut gemacht, sogar das Militär wird mit Hubschraubern usw. gut zur Schau gestellt. Für die Unterhaltung zischendurch auf jeden Fall empfehlenswert, wer Tiefsinniges sucht wird hier nicht glücklich. Und Schulmädchen mit Uzi sind einfach Kult...
Original

Battle Royale

Studio

Toei Company (2001)

Vertrieb:

Kinowelt Home Entertainment (2002)

Spielzeit:

105:08 min. (JK geprüft auf strafrechtliche Unbedenklichkeit)

Regie:

Kinji Fukasaku

Darsteller:

Masanobu Ando, Takeshi Kitano, Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda u.a.

DVD-Typ:

DVD-9

TV-Norm:

PAL

Bildformat:

1,85:1 (anamorph)
Audiokanäle:

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)

2. Deutsch, Dolby Digital 2.0 (192 kbps)

3. Japanisch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)

Untertitel

Deutsch

Regionalcode

2

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Zu dieser Rezension:

Autor:
ehemaliger Mitarbeiter

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Artikel eingestellt:
10.04.2003

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