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THE BIRTHDAY MASSACRE, LOVE'S LABOUR'S LOST - Frankfurt a.M., Nachtleben - (13.07.2006)

Hattest du schon mal ein Déja vu? Nein? Gut, denn sonst würde vermutlich gleich ein gewisser Agent Smith auftauchen und dich windelweich prügeln.
Ich hingegen hatte eins, ein gewaltiges sogar (Wurde aber zum Glück von niemandem verprügelt Anm. d. Verf.).
Vor ziemlich genau einem Jahr, fanden wir uns schon mal in fast identischer Besetzung  ebenfalls im Frankfurter Nachtleben ein, um uns THE BIRTHDAY MASSACRE auf der Bühne anzusehen. Und nicht nur das war identisch, auch der Support LOVE’S LABOUR’S LOST war schon im Vorjahr zu gegen. Damals als so was wie das Wunderkind der kanadischen Goth-Szene gefeiert, war ich doch gespannt wie sich THE BIRTHDAY MASSACRE nach einem ereignisreich vergangenem Jahr darstellte. Schließlich erschien TBMs DVD „Blue“ und sie absolvierten eine relativ ausgedehnte Nordamerika-Tour nach dem das Album „Violet“ auch den amerikanischen Kontinent beglückte, denn trotz ihrer Herkunft haben TBM mangels eines Amerikanischen Labels ihr erstes reguläres Album über Repo Records zunächst in Europa veröffentlicht.
Ein erster augenscheinlicher Unterschied war die wesentlich höhere dichte an Band-Shirts in denen das überwiegend aus Goths bestehende Publikum erschien aber das war nach dem letztjährigem Erfolg der Band zu erwarten. Was sonst noch anders sein würde wollten wir nun herausfinden. Sprich, wir positionierten uns direkt an der Bühne, was im sehr gemütlich kleinen Nachtleben soviel wie auf Tuchfühlung mit den Musikern bedeutet und harrten den Dingen die da kamen.
 
 
Etwa um 21 Uhr betraten dann auch die Jungs und das Mädel von LLL die Bühne um den Abend zu eröffnen. Nun habe ich Band schon bei mehreren Gelegenheiten zu hören bekommen, zuletzt im Vorfeld von CINEMA STRANGE, und bekam im Prinzip was ich erwartet hatte: Die bandeigene Interpretation von Gothic Rock mit einem gehörigen Anteil Batcave einschließlich klassischer Instrumentierung in Form einer Bratsche. Große Überraschungen gab es für mich nicht. Es gelang der Band durchaus das Publikum zu unterhalten und auch wenn es den ein oder anderen Schnitzer gab (ja Thomas, einige sind mir aufgefallen und nein, das allein ist nicht unbedingt ein Kriterium für einen gelungen Auftritt Anm. d. Verf.) hat es Spaß gemacht und selbst das lebhafte Gothic Publikum konnte sich oftmals ein Kopfwippen nicht ganz verkneifen. Nur sollte das Sextett für zukünftige Auftritte eine Überarbeitung des Sets in Erwägung ziehen, denn dieses hat sich soweit ich es beurteilen kann in den letzten zwölf Monaten von einem Song abgesehen nicht wirklich gravierend verändert, sei es nun hinsichtlich des Songmaterials oder der Reihenfolge. Dennoch schon mal ein angemessener Anfang.
 
 
Dann kam der mir verhassteste Zeitpunkt an jedem Konzert, die Umbaupause für die ich so gut wie nie Geduld aufbringe. Allerdings war sie diesmal recht praktisch, denn angesichts der schon fast infernalischen Temperaturen im Nachtleben bot das Gelegenheit genug Getränke und was noch viel wichtiger war, genug Eiswürfel zu organisieren um gegenseitig die erhitzten Körper von innen wie außen zu kühlen, was auf den ein oder anderen vielleicht wie ein Vorspiel gewirkt haben mag, aber in der tat nur mit den Temperaturen zu tun hatte…ehrlich…
 
 
Gegen 22 Uhr war es dann soweit und die Instrumentenfraktion von THE BIRTHDAY MASSACRE enterte vollständig in verschiedenen schwarz/weiß – Kombinationen entsprechend des Themas der Broken Mind Tour die Bühne um das Intro einzuspielen. Kurz darauf folgte auch Frontfrau Chibi und es bretterten einem recht zügig die ersten fetten Riffs entgegen um klarzustellen: Bei aller Verspieltheit und süßen Elemente versteht die Band absolut zu rocken, gerade Live steht sie vielen Bands der harten Zunft in nichts nach. Und es war auch auf Anhieb ein drastischer Unterschied auszumachen: letztes Jahr wirkte die Band trotz sehr gelungenen Konzerts ungleich ausgelaugter, war es auch der letzte Gig einer mehrwöchigen Tour und Sängerin Chibi hatte mit einer Erkältung zu kämpfen.  Dieses mal aber wirkte das Sextett aus Toronto frisch, war es doch der Eröffnungsauftritt der Tournee und alle erfreuten sich bester Gesundheit aber wirkten dennoch sehr eingespielt, kein Wunder, liegt die US-Tour auch nur wenige Wochen zurück. Also beste Voraussetzungen für einen denkwürdigen Konzertabend.
Und das sollte es auch werden, schließlich steckte Chibi das Publikum fast augenblicklich mit ihrer guten Laune an und brachte richtig Bewegung in die Sache, wenn diese auch ganz offensichtlich am ehesten von den Freunden gitarrenlastiger Töne ausging, die anfingen ihre Rübe zu schütteln und herumzuspringen, wenn es genug Dampf von der Bühne gab und den gab es!
 
Und nicht nur in musikalischer Hinsicht, denn das darstellerische Talent der charismatischen Sängerin sorgte immer wieder für eine weitere Steigerung der Laune, gerade wenn sie beim wilden herumhüpfen versuchte den Ausschnitt ihres Kleides zu bändigen, was nicht immer ganz gelang und angesichts der Nähe vom Bühnenrand zum Publikum für einladende Ausblicke sorgte derer auch ich mich erfreute (ja, zugegeben, ich habe ein Y-Chromosom und keine Angst es zu benutzen, verklagt mich...Anm. d. Verf.). Aber wie jeder andere im Club hatte auch sie sehr mit den Temperaturen zu kämpfen, was dafür sorgte, dass „Damn, it is hot in here...isn’t it hot in here? I think it’s hot in here!“ in verschiedenen Varianten der meistgesagte Satz war. So freute sie sich doch sehr über die zugefächerte Luft, für die eine Freundin von mir sorgte, eingesteckter Fächer sei dank. (nein Frank, nicht DIE Freundin, eine andere...aber SIE war auch da Anm. d. Verf.)
 
Gespielt wurde so ziemlich alles an Songmaterial was die Band zu bieten hat und auf den beiden selbstproduzierten Silberlingen „Nothing And Nowhere“ sowie „Violet“ herausgebrachte bevor „Violet“ mit zusätzlichem Material des Vorgängers unter Vertrag veröffentlicht wurde.
Es gab also von „Happy Birthday“ über „Under The Stairs“, „Blue“, „Nevermind“ und dem tollen „To Die For“ auch zwei neue und recht ansprechende Songs (deren Titel ich mir peinlicherweise nicht merken konnte Anm. d.Verf.) und als Schlusspunkt des Standard-Sets einen meiner Favoriten „Broken“ zu hören, der als sehr rifflastige Nummer einen energiegeladenen Abschluss bildete...zumindest bis sich die Band dem frenetischen Zugabe-Gebrüll beugte und noch mal auf die Bühne trat um mit zwei weiteren Nummern auch endlich „Video Kid“ zu spielen, was hierzulande ihr Clubhit war und somit auch die entsprechend enthusiastische Reaktion beim Publikum erzeugte.  Es hätte keinen besseren Schlusssong geben können und ganz offenbar war das Publikum sehr begeistert und nach gut 80 Minuten TBM hochzufrieden mit dem musikalischen Teil des Abends.
 
Wie schon letztes Jahr ließ es sich die Band aber nicht nehmen sich noch mal unter ihr Publikum zu mischen, sich mit ihnen zu unterhalten, zahllose Autogramme zu geben, dutzende merkwürdiger Fotos machen zu lassen (einschließlich dem mit mir Anm.d.Verf.) und soweit möglich noch einen schönen Abend zu haben bevor sie ihr Equipment in den Van packen mussten.
 
Alles in allem also ein hocherfreulicher Abend, mit sehr spielfreudigen Musikern, begeistertem Publikum und dem dringenden Wunsch nach einer weiteren Wiederholung, aber die Pre-Release Tour zum Anfang 2007 erscheinenden neuen Album kommt bestimmt und das werden wir wohl auch tun!

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Zu diesem Livebericht:

Autor:
Mr. Vandemar

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Artikel eingestellt:
20.07.2006

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