
Die Gods Of Noise (www.godsofnoise.de) hatten ins fränkische Lisberg geladen, um dort das zweitägige "The Way Of Darkness"-Festival zu feiern. Gekommen waren knapp 1000 Leute, die Stimmung unter den Anwesenden war größtenteils bestens und der Alk floss in Mengen.
Die Location selbst war eigentlich ziemlich cool, lediglich die Tatsache, dass die Halle direkt in einem Wohngebiet gelegen war, dürfte im Nachhinein wohl doch noch für ein wenig Ärger gesorgt haben. Es wird sich zeigen müssen, ob dort noch einmal ein derartiger Event aufgezogen werden darf.
Origanisatorisch gab's eigentlich nichts zu bemängeln: Getränke bekam man zügig (Bonsystem), Essen gab's auch ein wenig (typisches Festivalfutter eben), die Bands hielten sich größtenteils an ihre Spielzeiten und bis auf ein paar, ich nenn es mal "übermotivierte" Securities, dürfte es kaum Beschwerdepunkte gegeben haben. (Päddl)
FREITAG

Hatred
Die erste Band, die ich am Way Of Darkness begutachten durfte, waren HATRED aus Schweinfurt. Gleich bei HATRED zeigte sich, dass soundtechnisch einiges geboten wird. So einen klaren und astreinen Sound wie beim Way Of Darkness hab ich bei fast keinem anderen Festival bisher miterlebt.
Die Band thrashte auch gut drauf los, ein paar Matten flogen durch die Luft und bis auf ein fehlendes "Metal Massacre" hat eigentlich alles gepasst! (Päddl)
Silence
Die Suizidrocker SILENCE aus Langenzenn konnten zu so früher Stunde leider verhältnismäßig wenig Leute vor die Bühne bewegen, jedoch herrschte trotz allem eine recht gute Stimmung.
Oftmals stark an Ex-SENTENCED angelegt, sowohl musikalisch als auch gesanglich, wurde ein bunt gemischtes Repertoire aus den beiden Veröffentlichungen „Enola“ und „The P/O/U/R Letters“ geboten, das sich hören lassen konnte und sichtlich gut beim Publikum ankam.
Was soll man groß sagen: SENTENCED sind tot, es lebe SILENCE! (Kath)
Agathodaimon
Viel zu schnell vorbei war der Auftritt von AGATHODAIMON. Die ohnehin schon nicht sehr lange Spielzeit wurde durch eine gerissene Saite noch weiter verkürzt.
Dabei könnte Band auf einen immensen Fundus von großartigen Nummern ihrer vier Alben zurückgreifen. Von den progressiv-symphonischen
Blackmetal-Anfängen bis zu den aktuellen, eingängigeren Songs deckte die Setlist dann auch die gesamte Schaffensphase der Band ab.
„An Angel`s Funeral“ durfte genau so wenig fehlen wie das rumänische “Ne Cheama Pamintul“ und natürlich der Klassiker „Banner Of Blasphemy“.
Die Band um Sänger Akaias und Sathonys an der Gitarre konnte das Publikum wie mit links für sich gewinnen. Zumindest in den vorderen Reihen wurde ergeben mitgebangt, -gesungen und -gekrächzt. Um so enttäuschender, dass viele Highlights der fast schon anbetungswürdigen Band der kurzen Spielzeit zum Opfer fielen.
(Sebastian Kessler)
End Of Green
Das Quintett aus dem Schwabenland lockte dann schon deutlich mehr Menschen vor die Bühne und versprühte in der
folgenden Stunde depressive, tonnenschwer Kost, bei welcher der ein oder andere tausend Tode zu sterben schien (Gruß an Stefan und Rob ;)).
Zu Beginn des Auftrittes gab es fürs Publikum noch krachende Songs á la „Motor“ und „Demons“, im Verlauf des Konzertes drängte sich die Frage auf, ob END OF GREEN sich die Vernichtung jeglicher Stimmung als Ziel des Abends gesetzt hatte: nach und nach wurden die wohl traurigsten und deprimierensten Stücke der Truppe ausgegraben und gnadenlos nacheinander gezockt.
War hiernach jemand nicht wenigstens ansatzweise am Boden zerstört?!
Die von der Zuhörerschaft lautstark geforderten Nummern „Dead End Hero“ oder „Everywhere“ vom genialen „Songs For A Dying World“-Album wurden gänzlich überhört, so dass END OF GREEN im Laufe ihres Auftrittes viel Publikum verloren hatten und nur ein paar wenige, hartgesottene Fans ihre Helden bis zum allerletzten Akkord feierten.
Nichtsdestotrotz sind END OF GREEN live eine Wucht. Die Band funktioniert perfekt auf der Bühne und es stimmt einfach alles.
Sänger Michelle Darkness leidet, jammert und klagt, er reißt einfach mit, er berührt.
Ein paar flotte Nummern mehr hätten zwar nicht geschadet und auch wenn es sicher nicht der beste EOG-Auftritt war, konnten die Schwaben zumindest die Die-Hard Fans von der ersten bis zur letzten Minute mitreißen. (Kath)
Pungent Stench
Auf Grund von übermäßigem Alkoholgenuss hätte ich PUNGENT STENCH beinahe komplett verpasst, so hatte ich aber zumindest noch das Glück ein paar Songs in die Lauscher gepfiffen zu bekommen. Sound war wieder bombig, die Leute waren am Kreislaufen (tjaja, die fränkische Krankheit... ob's da irgendwann noch mal ein Mittel dagegen geben wird?) und zumindest wurden laut Zeugenaussagen fast nur Granaten gespielt. So auch bei den letzten paar Songs, die ich mir noch reinziehen konnte! Thumbs up, und beim nächsten mal werde ich mich wohl vor PUNGENT STENCH beherrschen müssen. (Päddl)
Debauchery
Haben wir uns geschenkt und anstelle der Langeweile vor der Bühne lieber anderswo Action gemacht und uns mit hinterlistigen Front- und fiesen Seitenzöpfen bei lecker Dosenbier die Zeit vertrieben, ehe wir dann spät nachts nach Hause getingelt sind.
SAMSTAG
Nachdem wir unseren, bei dem einen mehr, dem anderen etwas weniger ausgeprägten Rausch in den heimischen 4 Wänden ausgeschlafen hatten, ging's am Samstag wieder ab in Richtung Lisberg. Allem Anschein nach hatten die Leute am Parkplatz mächtig Spaß unter ihrem zusammengestürzten Pavillon und manche Leute ließen es sich nicht nehmen, ein wenig im Schlamm zu baden. Nichtsdestotrotz bewegten wir unsere Luxuskörper in die Halle, um als erste Band am Samstag IVENBERG vor die Nase gesetzt zu bekommen.(Päddl)
Ivenberg
Die Coburger Black Metal-Fraktion von IVENBERG verstand es, mit ihrem melodischen, oftmals verdammt an DISSECTION angelehnten Songmaterial zu überzeugen. Weiß angeschmiert dürften IVENBERG sicherlich ein paar neue Fans hinzugewonnen haben, klang das Material doch um einiges geiler als es auf CD der Fall ist. Leider war der Gig viel zu schnell vorbei, ich hätte mir gerne noch ein wenig mehr reingezogen. (Päddl)
Soul Demise
Schwedentod aus Deutschland. SOUL DEMISE hatten jedoch, als eine der wenigen Bands, mal wieder mit dem Sound zu kämpfen. Ich glaube, ich hab noch kein
einziges SOUL DEMISE-Konzert gesehen, bei dem der Sound wirklich in Ordnung war, aber dieses mal wars größtenteils wieder nur Matsch. Da half es auch nicht, dass auf der Bühne mächtig Action angesagt war und zumindest in den vorderen Reihen die Haare flogen. Auf Höhe des Mischpults war eigentlich nur noch Brei zu vernehmen. Schade eigentlich. (Päddl)
Still It Cries
Nachdem das Quintett aus dem Norden bereits im Februar diesen Jahres sein Können im Bamberger Live-Club unter Beweis stellen konnte, war ich auf diese Band heute besonders gespannt.
Im Vorfeld des Auftrittes torkelte uns ein sehr betrunkener Matthias K., seines Zeichens Sänger und Klampfer der Formation, in unsere Mitte und verwickelte uns in ein amüsantes Gespräch, wobei er sogar freudig anbot, sich für uns auszuziehen.
Einige Zeit und viele Liter Gerstensaft später, machten der Herr und seine Truppe allerdings einen unerwartet robusten Eindruck auf der Bühne und auch die Musik konnte sich durchaus hören lassen. Ebenfalls sehr SENTENCED-lastige Klänge schallten aus den Boxen und Matthias Stimme klang teilweise erschreckend nach Ville L., dem Frontmann der Ex-Suizidgötter aus dem hohen Norden.
Stück für Stück gab’s ordentlich eins auf die Mütze und selbst wenn heute Abend das Publikum offenbar mit geteilten Meinungen über STILL IT CRIES nach Hause ging, konnten die fünf wenigstens mit ihrer abschließenden Coverversion des SENTENCED-Hits „Excuse Me While I Kill Myself“ noch einmal ordentlich Stimmung in die Bude bringen. (Kath)
Jack Slater
Der Hase sei mit euch, Freunde des intelligent gespielten Death Grinds Köllscher Güte. Von wegen Bonn Doofi! Die Death Metal-Jecken packten neben ihrer Spielfreude auch die ein oder andere Harke aus und durchkämmten das immer mehr werdende Publikum vor der Bühne mit rasanten Soli, technischen Raffinessen und zumindest an diesem Abend 'nur' halbwitzigen Ansagen. Sänger Horn, der neben seinem Job als Front-Bunny auch mit dem Trickfilmfisch 'El Tonno' auf sich und seinen kranken Humor aufmerksam machen konnte, war schon besser drauf, aber nachdem sich eine Gitarre verstimmt hatte, durfte auch er mal wieder in die Spontanitätenkiste greifen und die Fans solange hinwegunterhalten, bis alles wieder stimmte.
Die Stimmung wurde so gehalten und ein der unterhaltsame Abend konnte musikalisch weitergehen, sodass der finale Atem den Way Of Darkness alsbald begleiten konnte. (trabi)

Final Breath
Gegen 23 Uhr gab es dann mal wieder ordentlich auf die Fresse. Die Party-Thrash-Truppe um Bühnentier Eumel zeigte sich wie immer in Höchstform und brachte den Saal regelrecht zum Kochen. Schon zig Mal gesehen, aber immer wieder genial – das dachten sich wohl viele am heutigen Abend und genauso war es auch.
Wo bei anderen Bands brav an Ort und Stelle das Haupthaar sachte bewegt wurde, kam bei FINAL BREATH erstmal richtig Bewegung in die Bude und das Frankenvolk machte das, was es anscheinend am besten kann: einen Kreis – für manche die totale Erfüllung, für andere lächerlich, nervtötend und überflüssig wie ein Kropf.
Aber jedem das Seine.
Nach einer guten Stunde Stimmung waren alle mehr oder weniger durchgeschwitzt und warteten auf den Headliner des heutigen Abends. (Kath)
Master
Als Ersatz für EISREGEN ins Programm genommen, bolzten MASTER vor einer leider nur sehr spärlichen Zuschauerzahl ihren old school Death Metal von der Bühne. Tja, liebe EISREGEN-Fraktion, Qualität ist wohl nicht euer Steckenpferd, wat? Wie dem auch sei, Paule und seine zwei Mitstreiter boten eine astreine Show, ufta-ufta und Doublebass-Attacken en masse, soffen ein wenig Schnaps zwischen den Pausen und dürften so, zumindest bei den Freunden des guten alten Death Metals mit Sicherheit für freudige Gesichter gesorgt haben. Schade dass sich statt MASTER zu feiern, die meisten Leute ins Party-Zelt verzogen hatten. Aber so ist das nun mal: Was der Bauer nicht kennt... (Päddl)

Alles in allem hat uns das WOD-Festival durchweg positiv überrascht, da das Gesamtbild gestimmt und das Gods of Noise-Team starke Arbeit geleistet hat, ohne die die zwei Tage wohl nicht so reibungslos über die Bühne gegangen wären.
Der Sound der einzelnen Bands war beinahe durchgehend gut und selbst wenn das Publikum oftmals etwas zu wünschen übrig ließ (siehe MASTER), darf man trotz der Probleme mit der Location und dem Stress mit den Anwohnern auf eine Wiederholung im nächsten Jahr hoffen. (Kath)
Zu den Bildern geht's hier.
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