metal-district.de presents: Metal Invasion Passau

THE 69 EYES, LACRIMAS PROFUNDERE, MANDRAGORA SCREAM - Frankfurt a. M., Batschkapp (03.02.2010)

 

The 69 Eyes @ Batschkapp FFM

Zugegebener Maßen fand ich den letzten Auftritt der Helsinki Vampires am gleichen Ort nicht so überzeugend und haderte etwas mit mir ob sich der Aufriss hinzufahren lohnen würde. Andererseits rockt die neue THE 69 EYES Scheibe „Back In Blood“ ganz gewaltig, also sattelten wir dann doch die Fledermäuse und machten uns auf zu einem erheiternden Abend, mit ebenso erheiternden Geschichten die durchaus einen Titel verdienen: 

Von kleinen Mädels und gestandenen Kerlen…

 

Obwohl pünktlich an der Batschkapp in Frankfurt angekommen ließen wir uns etwas Zeit mit dem Betreten der heiligen Hallen, denn nach dem was ich im Vorfeld so gehört hatte, muss ich gestehen an

MANDRAGORA SCREAMMandragora Scream

nur sehr bedingt interessiert gewesen zu sein.  Und weil das Leben eben manchmal so ist, war selbst dieses Interesse noch zuviel des Guten. Ich könnte jetzt natürlich wertvolle Bits und Bytes verschwenden um einen genaueren Eindruck zu vermitteln, aber es handelte sich eben eine dieser „modernen“ Gothic Bands mit eher simplen Melodien deren Gitarren ganz schön im Elektrobrei untergehen und deren weibliche Frontröhre auch noch etwas üben sollte. Mit anderen Worten, für meiner Mutter einzigen Sohn zu belanglos. Wobei ihre Version von „Fade To Grey“ durchaus was hat.

Aber kommen wir zu dem ersten echten Highlight, denn nach der wie immer zu langen Umbaupause, die aber dafür reichlich Gelegenheit zum herumflachsen und auffrischen alter Bekanntschaften bot, waren

LACRIMAS PROFUNDERE

Lacrimas  Profunderean der Reihe. Selbst bezeichnen sie ihren Sound als Goth ‚n’ Sad aber traurig schien während ihres Auftritts niemand. Im Gegenteil kam erstmalig etwas Bewegung in die Horde vor der Bühne, auch wenn diese sich Gothen-typisch sehr lethargisch zeigte. Das lag aber sicher nicht an den Bemühungen der Band, denn gerade Sänger Rob gab sein Bestes um einen guten Draht zum Publikum aufzubauen und auch gesanglich zeigte er sich von seiner Schokoladenseite. In Kombi mit den kraftvoll aufspielenden Instrumentalisten ließ das selbst des Metallers Herz höher schlagen, denn verhältnismäßig zu den letzten beiden durchaus passablen Alben kommen die Jungs auf der Bühne mit mächtig Druck daher. Das Material stammte dann auch  größtenteils von den letzten drei Silberlingen, was stilistisch eine gewisse Homogenität mit sich bringt, welche dem Vergnügen aber eher zu- als abträglich war. 

Da stieg die Stimmung wie ein Luftballon und langsam war dann auch jeder bereit für das Highlight des Abends, auf das gerade viele der angereisten Mädels schon sehnlichst warteten:

 

THE 69 EYES

läuteten ihren Auftritt wie stets mit dem Titeltrack des Lost Boys Soundtracks ein um dann in eine fulminante Eröffnung überzugehen. Mit „Back In Blood“ als Eröffnungsnummer war sehr schnell klar, welche Marschrichtung der Abend nehmen würde: straight auf die Mütze! Welch ein Unterschied zu der Luschinummer beim vorherigen Mal an dem ich die Band sah. Hier wurde tatsächlich gerockt und was ebenso wichtig war, die Interaktion mit dem Publikum war von Minute eins sehr lebendig, da Jyrki 69 sich alle Mühe gab seine Wertschätzung des Publikums als auch seinem Wunsch nach ordentlich Stimmung Ausdruck zu verleihen. Kein Wunder also, dass sich die Massen schnell sehr angesprochen fühlten und Hände gen Himmel streckten, getanzt und gefeiert wurde. Natürlich sorgten auch Gassenhauer wie „Gothic Girl“ oder „Wasting The Dawn“ für die entsprechende Begeisterung, ebenso wie das Umdichten von „Feel Berlin“ zu „Feel Frankfurt“ eine wahre Pracht waren. Um den hohen Gesamtdruck aufrecht zu erhalten wurde kaum auf das Balladenprogramm der Finnen zurückgegriffen, der neue Longplayer aber dafür sehr ausführlich bedient. Dennoch gab es in Sachen Setlist keine echten Überraschungen, die typischen Hits plus den cooleren Kram von „Back In Blood“. Bei dem hohen Unterhaltungswert verzeiht man den Herren aus Suomi aber gerne die Nummer Sicher und auch das gelegentliche entgleiten des richtigen Taktes, dass es doch zu vermerken gab, sowie das leichte auseinander laufen der beiden Gitarren. Man merkt eben doch, dass das Quintett dieses Jahr 20 jähriges bestehen feiert und in die Jahre kommt und das vielleicht nicht nur in Sachen Optik (war das etwa ein Bauchansatz bei Jyrki 69? Und die Gitarristen sahen auch schon frischer aus, einzig Jussi 69 scheinen seine Drums ewige Jugend zu verleihen).

Nach etwa 90 Minuten war der Feuerzauber mit den brillanten „Brandon Lee“ und „Lost Boys“ als Zugabe allerdings vorbei. Jeder vor Ort hätte sich natürlich noch etwas mehr gewünscht, aber man kann eben nicht alles haben.

Setlist:The 69 Eyes

01. Back In Blood
02. Never Say Die
03. The Good, The Bad, The Undead
04. Dance D’Amour
05. Lips Of Blood
06. Gothic Girl
07. Susperia Snow White
08. The Chair
09. Kiss Me Undead
10. Wasting The Dawn
11. Feel Berlin
12. Hunger
13. Perfect Skin
14. Dead Girls Are Easy
15. Devils
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16. Brandon Lee
17. Lost Boys


PS: Wo die erheiternden Geschichten vom Anfang geblieben sind? Geschichten von meiner verehrten Ex-Freundin die aus gegebenem Anlass den ersten Marco Fanclub gründen wollte um sich am Merchandise eine goldene Nase zu verdienen? Geschichten von meinem Kumpel Tobi und dem Vibrator den er gebaut hat? Geschichten von der jungen angehenden Psychologin die eventuell sehr amüsiert oder hoffnungslos überfordert von Statements wie „Entweder testest du den Vibrator oder wir werden heute eh noch Sex haben“ war? Tja, die gibt es eventuell das nächste Mal…

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Zu diesem Livebericht:

Autor:
Mr. Vandemar

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Artikel eingestellt:
07.02.2010

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